Das SEO-Ranking der Nachrichten-Websites

Publishing Mit einer Reihe von Algorithmus-Änderungen hat Google in den vergangenen Monaten versucht, die Ergebnisse seiner Suchmaschine zu verbessern. Die großen deutschen Nachrichten-Websites haben offenbar von diesen Änderungen profitiert. Unter den 30 bei Google bestplatzierten Angeboten gibt es laut SEO-Tool-Anbieter Sistrix nur einen Verlierer: tagesschau.de. Am deutlichsten verbessert haben sich in den vergangenen 12 Monaten u.a. stern.de, Zeit Online und das Handelsblatt.

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Auf Platz 1 der Nachrichten-Websites findet sich in der Google-Suche Focus Online: Die Domain Focus.de besitzt laut Sistrix derzeit eine Sichtbartkeit von 351,16 Punkten. Zur Ermittlung dieser Zahlen überprüft Sistrix einmal pro Woche die jeweils ersten 100 Google-Ergebnisse von rund einer Viertel Million Suchbegriffen. Der aus diesen 25 Mio. Daten errechnete Index bezieht die Platzierung einer Domain in den Ergebnissen und die Popularität eines Suchbegriffs mit ein. Ist also eine Website bei populären Suchen weit oben platziert, steigt ihr Sichtbarkeitsindex relativ gesehen schneller an, als wenn sie bei weniger populären Suchen weit oben oder bei populären Suchen auf den Plätzen 90 oder 100 vertreten ist. Focus Online verbesserte sich dabei in den vergangenen 12 Monaten um 71,58 Punkte bzw. 25,6%.

Die Nummer 1 aus dem Mai 2011, Spiegel Online, steigerte sich nur um 40,00 Punkte, bzw. 13,6% und fiel damit hinter Focus zurück. Bild.de, Welt Online und stern.de komplettieren die Top 5. In der ersten Hälfte des von MEEDIA recherchierten Top-50-Rankings gibt es wie erwähnt nur einen Verlierer: tagesschau.de. Ein Grund für die Verluste dürfte auch das Depublizieren älterer Inhalte sein, zu dem die öffentlich-rechtlichen Anbieter verpflichtet sind. So sank die Zahl der von Google indexierten tagesschau.de-Seiten im gleichen Zweitraum von 314.500 auf 169.000. Und mit weniger Inhalten fällt fast automatisch auch die Sichtbarkeit der Inhalte bei Google.

Noch viel mieser sieht es in dieser Statistik für heute.de aus: Lag das ZDF-Angebot vor einem Jahr mit einer Sichtbarkeit von 12,67 Punkten noch auf Rang 25, fiel es mit einem Minus von 73,1% auf nur noch 3,41 Zähler und Rang 77. Neben der Depublizierungs-Pflicht spielt hier auch der radikale Relaunch der Seite eine Rolle. Ende April lag die heute.de-Sichtbarkeit nämlich beinahe noch bei 10, in den wenigen Wochen nach dem Relaunch fiel sie nun auf 3,41. Aus SEO-Gesichtspunkten war der Relaunch also ein komplettes Desaster.

Am wenigsten hinzu gewinnen konnte auf den ersten 25 Plätzen interessanterweise vor allem das Springer-Trio Welt Online, Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost, einst das Vorzeige-Trio in Sachen SEO. Offenbar hat die Konkurrenz inzwischen also kräftig aufgeholt. Nur Gewinne im einstelligen Prozentbereich gab es zudem für RP Online und taz.de. Am deutlichsten Sichtbarkeit hinzu gewonnen haben in der Top Ten hingegen stern.de, Zeit Online und das Handelsblatt, die sich jeweils um mehr als 40% steigern konnten. Auf den Rängen 11 bis 25 verbesserten sich FTD.de, News.de und die Frankfurter Rundschau prozentual gesehen noch deutlicher.

Auf den Rängen 26 bis 50 gibt es ein paar mehr Verlierer. So büßten u.a. N24.de, sowie Regionalangebote wie der Kölner Stadtanzeiger und die Stuttgarter Zeitung Google-Sichtbarkeit ein. Extrem zulegen konnte hingegen Express.de, das sich um heftige 130,4% steigerte. Allerdings war das Kölner Boulevard-Angebot SEO-technisch gesehen auch jahrelang eine graue Maus. Ebenfalls um mehr als 100% zulegen konnte die britische Daily Mail. Wohlgemerkt: Es geht in den Zahlen nur um die Ergebnisse der deutschen Google-Suche. Mehr als 70% gewannen zudem Nachrichten.de, Myheimat.de und der Guardian.

Insgesamt haben also vor allem die großen Nachrichten-Angebote von Googles Algorithmus-Änderungen profitiert – ein Ergebnis, das der Suchmaschinen-Gigant auch in etwa so bezweckt hat, schließlich wollte man relevante Inhalte gegenüber irrelevanten und Spam stärken.

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