FAZ und SZ mahnen Echobot ab

Publishing Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung gehen erneut gegen ein Online-Angebot vor, das Texte aus dem deutschsprachigen Internet nach Schlagworten bündelt. Das Angebot heißt Echobot und erstellt aus Internet-Seiten, Blogs und Social-Media-Quellen digitale Pressespiegel zu bestimmten Themen. FAZ und SZ sehen in dem Angebot ihre Markenrechte und das Urheberrecht verletzt. Zuletzt gingen die beiden Zeitungen gegen das Angebot Commentarist vor.

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Commentarist.de bündelt Meinungsartikel und Kolumnen zu digitalen Presseschauen. Seit dem Streit mit FAZ und SZ werden dort die beiden überregionalen Qualitätszeitungen einfach weggelassen, um weiteren Ärger zu vermeiden. Bei Echobot will man den Streit dagegen juristisch ausfechten, wie Spiegel Online berichtet. Auf einer dort eigens eingerichteten Sonderseite heißt es: “Wir haben den Anschuldigungen in allen Punkten widersprochen, da wir überzeugt sind, dass die Software und auch die Darstellung der Ergebnisse im Echobot nach wie vor rechtlich unbedenklich sind. Dies haben wir zuvor schon durch mehrere Gutachten absichern lassen. Bis zur weiteren Klärung der Sache, haben wir jedoch vorsorglich die Inhalte von sueddeutsche.de aus dem Echobot entfernt.”

FAZ und SZ stören sich an mehreren Punkten. Zum einen bedeute die Verwendung von Logo-Icons der beiden Zeitungen vor Artikel-Links eine Markenrechtsverletzung. Außerdem würde Echobot die Verlage schädigen, da das Angebot den Besuch der Zeitungs-Websites überflüssig machen würde. Schließlich und letztlich würde Echobot gegen das Urheberrecht verstoßen.

Die Echobot-Betreiber weisen alle Punkte von sich. FAZ und SZ sind in Sachen Urheberrecht ein eingespieltes Klage-Duo. Gut in Erinnerung ist der jahrelange Rechtsstreit mit Perlentaucher.de, einer Website, die Feuilleton-Artikel zusammenfasst. Perlentaucher unterscheidet sich aber fundamental von Angeboten wie Commentarist und Echobot, da bei Perlentaucher die Zusammenfassungen von Autoren geschrieben werden, die eigene Wertungen und Einschätzungen einfließen lassen. Bei Commentarist und Echobot werden dagegen Artikel auf Basis von Schlagworten von Software automatisch gebündelt.

Echobot weist seine Nutzer auch darauf hin, dass sie die von Echobot zur Verfügung gestellten Inhalte womöglich nicht weiterverwenden dürfen, da sonst Rechte verletzt werden könnten. In solchen Fällen müssen sich Echobot-Kunden an die Rechte-Inhaber selbst oder an übergreifende Rechte-Verwerter. wie die Presse Monitor Gesellschaft (PMG), wenden, die elektronische Pressespiegel mit dem Segen der Urheber erstellt.

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