G+J: von der Leyen unterstützt Female Factor

Publishing Sie hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie von der Überlegenheit "gemischter Teams" überzeugt ist - was Ursula von der Leyen zu einem gefragten Talkgast in deutschen Medienhäusern gemacht hat. Denn dort wird derzeit intensiv über die Gleichstellung und die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte in Redaktionen und Verlagsabteilungen diskutiert. Nach einer Visite beim Spiegel vor einigen Wochen war die Bundesarbeitsministerin jetzt bei Gruner + Jahr am Baumwall zu Gast.

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Schon vor der kürzlich gestarteten branchenweiten Initiative "Pro Quote", die inzwischen mehrere hundert Unterstützer hat, hatte Gruner den "Female Factor" aufgelegt. Angeschoben worden war das Projekt 2011 von den Brigitte-Chefredakteuren Brigitte Huber und Andreas Lebert sowie dem damaligen Verlagsgeschäftsführer Volker Breid (heute Chef der Stuttgarter Motorpresse).
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Female Factor trifft…" hatte die Arbeitsgruppe "Frauenfördernde Atmosphäre" die CDU-Politikerin eingeladen. Mit rund 150 Zuhörerinnen und Zuhörern war das Auditorium am Mittwochnachmittag bis auf den letzten Platz besetzt. G+J-Vorstand Achim Twardy begrüßte Ursula von der Leyen und versicherte, dass das Projekt vom Vorstand unterstützt wird: "Noch nie gab es eine so gut ausgebildete Frauengeneration in Europa wie heute und dennoch sind Frauen in Führungspositionen oftmals in der Minderheit. Female Factor wurde gestartet, um die Chancengleichheit bei der beruflichen Weiterentwicklung zu verbessern. Aber auch weil wir die Balance zwischen Familie und Beruf durch ein Bündel von Maßnahmen verbessern wollen."
"Macht eine Bundesregierung mit mehr Ministerinnen eine bessere Politik?" lautete eine der Fragen an die Ministerin. Vor allem ändere sich der Ton, entgegnete von der Leyen. "Wenn wenig Frauen im Vorstand sind, dann passt sich die Frau typischerweise den Gepflogenheiten der Männer an. Es braucht eine kritische Masse, damit eine Veränderung tatsächlich stattfindet."

Während von der Leyen früher auf freiwillige Selbstverpflichtung in den Chefetagen statt Frauenquote setzte, änderte sie vor rund eineinhalb Jahren ihre Meinung, denn die Bilanz nach zehn Jahren war für sie ernüchternd: "Nach zehn Jahren freiwillige Selbstverpflichtung war die Quote von Frauen in deutschen Vorständen nur von 2,5 auf drei Prozent gestiegen. Es hat sich im Mittelstand viel verändert, aber bei den börsennotierten Unternehmen hat sich fast nichts getan. Inzwischen bin ich der festen Überzeugung, wenn wir nicht klare Zielsetzungen festlegen, ändert sich nichts." Und weiter: "Und deshalb ein Kompliment an Gruner + Jahr, dass Sie sich jetzt auf den Weg machen, denn das ist der erste Schritt!"

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