Bing Streetside: Microsofts nächster Flop?

Publishing “Was ist das”, werden Sie jetzt eventuell fragen. Streetside war die Antwort des Redmonder Softwareriesen auf Google Streetview. Im vergangenen Jahr mit gleich 50 Städten gestartet scheint Microsoft den Service unerwartet in die Sommerpause geschickt zu haben. Seit dem Wochenende ist der Webdienst nicht mehr erreichbar. Woran lag es? Mangelnde Nutzung? Zu hohe Kosten? In einem Blog gibt Microsoft Nutzerbedenken als Grund an, den Dienst gleich deutschlandweit abgeschaltet zu haben.

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Es sollte der ganz große Aufschlag werden. 2010 war Google in 20 Städten mit Streetview unter heftigsten Protesten gestartet. Rund 244.000 Nutzer verlangte eine Verpixelung ihrer Häuse in dem Straßendienst. Was als Shitstorm begann, macht den Dienst allerdings umso bekannter.

2011 startete Microsoft dann Bing – 50 Städte solten abfotografiert werden. auch hier machten Nutzer von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch, allerdings weitaus weniger als noch ein Jahr zuvor. Rund 81.000 User wollten ihre Häuser auch auf Bing Streetside verpixelt sehen. Zum Launch waren einige Metropolen, darunter München, Frankfurt und Düsseldorf, verfügbar. Bis zum Wochenende.

Microsoft kommentierte die deutschlandweite Abschaltung im hauseigenen Presseblog nur knapp: “Einige deutsche Kunden haben uns gegenüber Bedenken hinsichtlich der Art und Weise geäußert, wie mit Blurring-Anfragen auf Bing Streetside umgegangen wird. Da wir Datenschutz und die Privatsphäre unserer Kunden sehr ernst nehmen, haben wir vorsorglich entschieden, den Kartendienst Streetside Beta in Deutschland vom Netz zu nehmen, so lange wir diese Einzelfälle prüfen und an einer für alle Beteiligten zufriedenstellenden Lösung arbeiten.”

Zum Start hatte man zunächst darauf verzichtet, Nutzeranfragen wegen Verpixelungen entgegenzukommen, änderte den Modus allerdings nach kurzer Zeit. Gegenüber der dapd erklärte ein Sprecher nun, den Dienst schnellstmöglich wieder allen verfügbar zu machen. Derzeit prüfe man noch die Kritik am Dienst und suche nach einer Lösung.

Das hört sich erst einmal vorbildlich an. Dennoch macht eine komplette Abschaltung des Dienstes aufgrund von kritischen Äußerungen einiger Nutzer schon stutzig. Fakt ist: Bing Streetside wurde nie so bekannt wie der ärgste Konkurrent Streetview. Auch wenn man mit Kamerateams in 50 Städten weitaus mehr bot als der Google-Dienst. Wann und in welcher Form der Straßenpanoramadienst wieder online gehen wird, ist noch unklar.

Es scheint auch hier die Devise zu gelten, dass Softwarefirmen nie zu Internetfirmen avancieren. Im Markt der Betriebbsysteme ist Microsoft zweifelsohne eine große Nummer. Doch der hauseigene Browser ist hinter Googles Chrome nur noch die Nummer zwei. Laut der Webseite Statcounter verliert der Internet Explorer seit 2011 rapide Nutzer.
Und auch mit der eigenen Suchmaschine will es nicht so recht klappen. Bing ist in Deutschland zwar die zweitbeliebteste Websuche. Allerdings mit lediglich 5,5 Prozent im Vergleich zu Google mit marktbeherrschenden 81,9 Prozent.

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