Yahoo: Thompson geht, Levinsohn übernimmt

Publishing Neue Chaostage beim schlingernden Internet-Konzern Yahoo: Gerade mal fünf Monate nach seinem Antritt ist für Scott Thompson die Führungsaufgabe schon wieder vorbei. Dem früheren PayPal-Manager wurde einen fingierter Lebenslauf zum Verhängnis: Der 55-jährige Thompson musste eingestehen, einen Bachelor-Abschluss im Computerwissenschaften anders als im Lebenslauf überhaupt nicht zu besitzen. Thompson trat nach Druck eines Großaktionärs am Sonntag zurück, Ross Levinsohn übernimmt.

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Yahoo kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach Jahren der Stagnation unter Carol Bartz schien mit dem früheren eBay-Manager Scott Thompson endlich ein Mann fürs Grobe gefunden worden zu sein, der dem schlingernden Internet-Dino wieder auf die Sprünge hilft. 
Gegen Facebook wurde beinhart vor dem anstehenden Börsengang geklagt, dann machten die jüngsten Quartalszahlen vor einigen Wochen mit einem Gewinnsprung zumindest Hoffnung auf einen Neubeginn. "Yahoo hat viel zu lang zu viel gemacht – und nur wenig richtig gut", erklärte Thompson, der gleichzeitig eine Rationalisierungswelle ankündigte.
Thompson stolpert über Großaktionär
Wenige Wochen später hat es Thompson nun selbst erwischt. Nicht wegen krassem Missmanagement, sondern aufgrund von Sünden aus der Vergangenheit, die den 55-Jährigen nun eingeholt haben. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Thompson in seinem Lebenslauf mit einem Bachelor-Abschluss in Computerwissenschaften haussieren ging, den er gar nicht besaß. 
Hedgefondsmanager Daniel Loeb, der als Großaktionär in Yahoo investiert ist, deckte den fingierten CV auf. "Ich übernehme dafür die volle Verantwortung", erklärte Thompson gestern seinen Rückzug. Ein Nachfolger wurde schnell gefunden: Ross Levinsohn, der bisher das globale Mediengeschäft verantwortete, übernimmt – zunächst auf Interimsbasis. Es ist der sechste Vorstandswechsel in fünf Jahren.

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