Jörg Quoos soll nächster Focus-Chef werden

Publishing Burdas Nachrichtenmagazin Focus kommt nicht zur Ruhe. Nach den internen Querelen um die Nachfolge von Gründer Helmut Markwort und dem Abgang von Kurzzeit-Chefredakteur Wolfram Weimer schien wenigstens personell Stabilität eingekehrt. Doch die Auflage steht auch unter dem jetzigen Allein-Chefredakteur Uli Baur zu stark unter Druck. Nach MEEDIA-Informationen soll es darum spätestens zum Jahreswechsel schon wieder einen neuen Focus-Chef geben: den bisherigen Bild-Vize Jörg Quoos.

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Von Burda heißt es dazu auf MEEDIA-Anfrage nur: "Das sind Branchengerüchte, die wir nicht bestätigen." Ein hartes Dementi klingt anders. Der 48-jährige Quoos ist derzeit noch Stellvertreter von Bild-Chef Kai Diekmann in Berlin. Kürzlich meldete Axel Springer, dass Quoos zum Jahreswechsel das Haus auf eigenen Wunsch verlässt, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen. Im Falle von Quoos stimmt die gerne benutzte Floskel vom “eigenen Wunsch” ausnahmsweise mal. Wie zu hören ist, hätte man ihn gerne in der Bild-Führungsriege behalten. Quoos genießt einen hervorragenden Ruf als kompetente und loyale Führungskraft.

Die neue berufliche Herausforderung sucht er nach Informationen von MEEDIA in München. Wie es aus verlässlicher Quelle aus dortigen Verlagskreisen heißt, soll er bei Burda der nächste Chefredakteur des Focus werden. Spätestens zum Jahreswechsel, vielleicht früher. Das Münchner Nachrichtenmagazin hat über längere Zeit immer wieder für Gesprächsstoff in Medienkreisen gesorgt: Da gab es einmal die personellen Querelen im Zuge der Nachfolgeregelung von Gründungschefredakteur Helmut Markwort. Der Verlag engagierte Cicero-Chef Wolfram Weimer neben dem Markwort-Vertrauten Uli Baur als Co-Chef, der dem Focus wieder mehr inhaltliche Relevanz einhauchen sollte.

Weimer scheiterte schnell, was er sich zum Teil selbst zuzuschreiben hat. Ihm wurden nicht immer als geschickt wahrgenommene Personalentscheidungen und eine gewisse Exzentrik bei der Titelwahl attestiert. Er traf in München aber auch auf eine Redaktion, die immer noch auf das alte Führungsduo Markwort/Baur eingeschworen war. Die Fraktion Markwort/Baur behielt die Oberhand und Weimer wurde schnell wieder in die Wüste geschickt.

Dauerhaft erfolgreicher ist der Focus seither nicht geworden. Nach einigen leicht positiven Tendenzen auch im Einzelverkauf meldete das Magazin im 1. Quartal 2012 mit 541.295 verkauften Heften ein historisches Auflagen-Tief. Alle General-Interest-Magazine leiden an sinkenden Auflagen – aber der Focus verliert überproportional. Das lässt sich nicht alleine mit dem Medienwandel erklären. Eine besondere Enttäuschung muss es auch gewesen sein, dass die 1.000. Focus Ausgabe mit dem Titel “Der große Wissenstest” so enttäuschte. Trotz umfangreicher Werbemaßnahmen blieb die Jubiläumsnummer unter 100.000 Verkäufen am Kiosk.

Offenbar hat man in der Burda Führungsetage erkannt, dass es beim Focus doch noch einmal akuten Handlungsbedarf gibt. Dem Vernehmen nach könnte der neuerliche Wechsel in der Focus-Chefredaktion auch bedeuten, dass Helmut Markwort nicht länger aktiver Herausgeber des von ihm gegründeten Magazins bleiben kann. Es ist kaum anzunehmen, dass ein neuer Focus-Chefredakteur mit der Perspektive antreten würde, dass sich die Causa Weimer wiederholt.

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