Themen-Doppelspiel bei Jauch und Spiegel

Publishing Aldi war sowohl bei “Günther Jauch” als auch beim Spiegel das Top-Thema für diese Woche. Genutzt hat das vor allem dem Ex-Aldi-Manager Andreas Straub, der in beiden Medien PR für sein Buch machen durfte. Die Axel Springer AG gab sich zum 100. Geburtstag des Verlagsgründers superlocker und lud auch einige Lieblingsfeinde zur Revue nach Berlin. Manche Medien sind immer noch fasziniert von Adolf Hitler und wir versüßen den Abschiedsschmerz von der “Harald Schmidt Show” bei Sat.1.

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Wenn das der Axel Cäsar noch erlebt hätte: Sein Vorstandschef Mathias Döpfner beschwörte im oberlässigen Hoodie das filmreife Leben des Verlegers und verzichtete klugerweise darauf, Karl-May-Streifen zu zitieren. Herbert Knaup spielte den Axel Cäsar in einer Musical-Revue. Ja, da haben sich die Springers schon was einfallen lassen zur Sause zum 100. Geburtstag des Verlagsgründers. Ganz schön schlau war das natürlich auch, sich so locker und selbstironisch in Szene zu setzen und dann auch noch all die Widerborstigen – von Wolf Biermann bis Klaus Staeck – einzuladen. Der Staeck redete zwar vor der ZDF-Kamera noch davon, dass die Bild auch heute noch irgendwie “bösartig” sei, entschwand dann jedoch schnell zu Party, die von der bösen Bild bezahlt wurde.

Ungewohnter Themen-Gleichklang zum Wochenauftakt. Am Sonntag talkte Günther Jauch zum Thema Aldi. Mit dabei: Spiegel-Redakteurin Susanne Amann. Am Montag machte der Spiegel auf mit ihrer Titelgeschichte: “Ausgepackt – Aldi-Insider über die skrupellosen Praktiken ihres Konzerns”. Haben sich da etwa zwei neue Medien-Freunde gefunden? Ach was! Alles Zufall, sagt man sowohl bei “Günther Jauch” als auch beim Spiegel. “Günther Jauch” arbeite weder mit dem Spiegel, noch mit anderen Medien zusammen, teilte uns Jauch-Sprecherin Anabel Bermejo mit: “Die Redaktion hat Susanne Amann als Gast in die Sendung eingeladen, weil sie schon seit Jahren über das Unternehmen Aldi recherchiert und schreibt.” Beim Spiegel hieß es, man habe im Zuge der Recherchen zur Aldi-Story erfahren, dass der Aldi-Aussteiger Andreas Straub, der über seine Manager-Zeit beim Discounter ein Buch geschrieben hat, auch bei Jauch zu Gast sein soll. Straub ist mit seinem Buch auch der Protagonist der Spiegel-Story. Die Redaktionen hätten sich dann abgesprochen, “beide Projekte am gleichen Wochenende zu starten.” Klar, denn am Montag erschien ja auch Straubs Buch “Aldi – einfach billig: ein ehemaliger Manager packt aus”. So ein bisschen zusammengearbeitet haben sie dann also doch bei “Günther Jauch” und beim Spiegel. Und Herr Straub durfte sich über den geballten PR-Coup für sein Buch freuen.

Die Faszination von Medien mit Adolf Hitler ist ungebrochen. Vor einigen Tagen wurde in München eine Feldpostkarte Hitlers aus dem Jahre 1916 versteigert. Die hat zwar nicht ganz soviel Geld eingebracht wie “Der Schrei” von Edvard Munch aber immerhin. Aus der Feldpost des späteren “Führers” lernen wir Hobby-Historiker u.a. dass er eine Vorliebe für Kakao hatte und sich darum in “zahnärztlicher Behandlung befand.” Außerdem hat er ein paar Worte falsch geschrieben. Die Süddeutsche protokollierte ganz zackig: “Der spätere Diktator hatte schon als junger Mann schlechte Zähne, eine Vorliebe für Nürnberg – und Probleme mit der deutschen Rechtschreibung.” Hitlers Feldpostkarte war den Kollegen aus München sogar eine ganz eilige Twittermeldung wert. An was erinnert einen das bloß?

Jetzt isser also weg bei Sat.1, der Harald Schmidt. Schade. Seine Sendungen in jüngerer Zeit waren absolute Spitzen-Unterhaltung. Die Wartezeit, bis er bei Sky wieder aufläuft, kann man sich mit einigen Highlights aus längst vergangenen Tagen versüßen. Zum Beispiel mit diesem Auftritt von Dieter Bohlen bei Schmidt kurz nach seiner Vier-Wochen-Ehe mit Verona Feldbusch aus dem Jahre 1996. Beachten Sie bitte auch in der neunten Minute den pfeifenden Mann mit tief ins Gesicht gezogener Kappe im Publikum: Stefan Raab.
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Schönes Wochenende!
PS: Sigmar Gabriel ist jetzt auch bei Twitter.

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