re:publica: Sascha Lobo erklärt das Internet

Großer Auftritt vom Star-Blogger: Sascha Lobo beendete den ersten Tag der re:publica 2012 mit einem vielumjubelten Überraschungsauftritt. Der 36-Jährige machte da weiter, wo er im letzten Jahr aufgehört hatte und bewies, warum er der einzige echte Star der deutschen Blogosphäre ist: Lobo ist nicht nur ein großer Entertainer – er weiß auch, wovon er spricht. Etwa davon: Der Alphablogger machte der Piratenpartei Komplimente und erklärte, warum er Facebooks vermeintlich großer Zukunft misstraut.

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Großer Auftritt vom Star-Blogger: Sascha Lobo beendete den ersten Tag der re:publica 2012 mit einem vielumjubelten Überraschungsauftritt. Der 36-Jährige machte da weiter, wo er im letzten Jahr aufgehört hatte und bewies, warum er der einzige echte Star der deutschen Blogosphäre ist: Lobo ist nicht nur ein großer Entertainer – er weiß auch, wovon er spricht. Etwa davon: Der Alphablogger machte der Piratenpartei Komplimente und erklärte, warum er Facebooks vermeintlich großer Zukunft misstraut. 
Es hatte schon etwas von einer "Rede zur Lage der Nation": Sascha Lobo, schon wieder am Ende des ersten Abends auf der re:publica mit einem Headliner-Aufritt. Im vergangenen Jahr referierte der Alphablogger über die Schattenseiten seines Bekanntheitsgrades – und brachte den Begriff des "Shitstorms" in den redaktionellen Mainstream.
In diesem Jahr überblickt Lobo die Entwicklung des noch relativ jungen Internet-Jahres schlicht vom hohen Berg: Der noch 36-Jährige erklärte in seinem rund einstündigen Vortrag der auch noch um 20 Uhr noch zum Bersten gefüllten größten Bühne der STATION Berlin den Ist-Zustand des Webs.
Twitter Übernahmekandidat vom Apple?
Den sieht Lobo durchaus vom "Monster Facebook" bedroht. In anschaulichen Grafiken vergegenwärtigte das frühere Vodafone Testimonial die Ausnahmestellung der Social Networks – und bezweifelt dennoch, ob Facebooks Höhenflug seinen Niederschlag im kommenden Börsengang finden werde. "Facebook wird Probleme bekommen", prognostiziert Lobo.
Das war der Startschuss zur kritischen Abrechnung mit den Internetstars der Stunde: Twitter, das Lobo noch von allen sozialen Netzwerken am besten zu gefallen scheint, bescheinigt der omnipräsente  Blogger "die zweitschlechteste Suche im sozialen Internet" – nach Facebook. Trotzdem sieht Lobo den 140-Zeichen-Dienst langfristig als Übernahmekandidaten – nämlich durch niemand geringeren als den wertvollsten Konzern der Welt: Apple!
Lobo erklärt 2012 zum "Jahr des Blogs"
Das war es aber noch lange nicht mit den überraschend offenen Einschätzungen zur Entwicklung der Webwelt: Die jüngsten Hypes Pinterest und Instagram wurden von Lobo gnadenlos abgewatscht. Die neue Facebook-Tochter könne Lobo schlicht nicht mehr ertragen, da sie von den "schlechtesten Sonnenuntergangsfotografen" einfach überbevölkert sei. Pinterest? Als "Foursquare für Mädchen" sei Lobo das Hype-Portal "völlig egal". Für ein anderes Social Network blieb unterdessen nur noch Spott über: Google+ sei vermurkst wie "ein Elfmeter ohne Torwart".
Was am Ende wirklich zählt? Das Blog an sich! Entsprechend erklärte der frühere Werber und Buchautor 2012 dann auch gleich zum "Jahr des Blogs". Die Gründe dafür hatte Lobo zwei Wochen zuvor bereits leidenschaftlich in seiner Spiegel Online-Kolumne dargelegt.

Komplimente an die Piraten
Aber noch eine andere Sache lag den Alphablogger am Herzen: In aller Ausführlichkeit beschrieb Lobo seine ambivalenten Gefühle zu den Politik-Überfliegern – den Piraten. Auch er habe bisher kein Programm beobachtet, erklärte Lobo. Doch eine gewisse Sympathie mit den Piraten war auch beim bekennenden Sozialdemokraten nicht zu verkennen.
 
Lobo, der aufgrund der Popularität der Piraten tatsächlich immer häufiger mit der Newcomer-Partei assoziiert werde, sprach den Polit-Nerds offene Komplimente aus – und regte  die Anwesenden zur Partizipation an. So kommt eine Gute-Laune-Veranstaltung am Ende doch noch mit einer politische Note daher.

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