Bertelsmann verabschiedet sich von der AG

Publishing 2011 sei für Bertelsmann ein “solides Jahr” gewesen, sagte Vorstandschef Thomas Rabe bei der Bilanz-PK in Berlin. Die Umsatzrendite lag bei 11,4%, der Umsatz stieg auf 15,3 Mrd., der operative Gewinn auf 1,75 Mrd. Euro. Außerdem kündigte Rabe an, dass Bertelsmann seine Rechtsform von einer AG in eine SE & Co. KGaA ändern werde. Mit der neuen Rechtsform wäre es für den Konzern leichter, Fremdkapital einzusammeln, ohne dabei die Identität als familiengeführtes Unternehmen zu verlieren.

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Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) sei eine verbreitete Rechtsform für Unternehmen mit familiengeprägter Eigentümerstruktur, heißt es von Seiten Bertelsmanns. Ziel der Umwandlung sei es, die Kontinuität des Unternehmens langfristig zu sichern. Man könnte auch sagen: den Einfluss der Familie Mohn auf das Unternehmen zu erhalten. Die Eigentumsverhältnisse an der Gesellschaft und die Struktur des Unternehmens blieben dabei unverändert. Auch für die Mitarbeiter ändere sich nichts.

Allerdings wäre es für den Konzern mit der neuen Rechtsform wohl möglich, leichter Fremdkapital für Wachstumsprojekte einzubinden. Denn Wachstum steht auch beim neuen Vorstandschef Thomas Rabe ganz oben auf der Agenda. "Vorrangiges Ziel ist es, das Unternehmen wachstumsstärker, digitaler und internationaler aufzustellen”, sagte er in Berlin.

Das Jahr 2011 ist rückblickend für die Bertelsmänner erfreulich gelaufen. Die überragende RTL Group, die TV-Produktion, das stark wachsenden E-Book-Geschäft und der Service-Sektor wurden als Profitbringer hervorgehoben. Schlechter lief es in “einigen Druckbetrieben” sowie im Replikations- und Direktmarketinggeschäft. Unterm Strich blieben 612 Mio. Euro als Konzernergebnis. Dabei schlugen freilich 303 Mio. Euro an Wertberichtigungen und Restrukturierungsmaßnahmen negativ zu Buche.

Zu 2012 sagte Rabe: “Wenn sich das Wirtschaftswachstum in den für uns relevanten Märkten stabil bis leicht positiv entwickelt, rechnen wir für 2012 mit einem moderaten Umsatzanstieg, mit einem Operating EBIT auf weiterhin hohem Niveau, einer Umsatzrendite von mehr als 11 Prozent sowie mit einem höheren Konzernergebnis als 2011." Auch für die Bertelsmann-Mitarbeiter lohnen sich die guten Geschäfte. Für das Geschäftsjahr 2011 werden insgesamt 107 Mio. Euro als Erfolgs-Beteiligung an die Belegschaft ausgeschüttet.

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