re:publica: Die Bohème wird erwachsen

Traumstart für die sechste Auflage de re:publica: Bei strahlendem Sonnenscheinen strömen tausende Social Media-Aficionados in die Hallen des ehemaligen Postbahnhofs STATION Berlin – 5000 Teilnehmer sollen es insgesamt werden. Die Stimmung ist gut, aber unaufgeregter als in den vergangenen Jahren – Social Media ist längst fest im Internet-Alltag verankert. Weniger neue Tools und Killerapplikationen stehen im Vordergrund, als der Umgang mit den Inhalten.

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Traumstart für die sechste Auflage de re:publica: Bei strahlendem Sonnenscheinen strömen tausende Social Media-Aficionados in die Hallen des ehemaligen Postbahnhofs STATION Berlin – 5000 Teilnehmer sollen es insgesamt werden. Die Stimmung ist gut, aber unaufgeregter als in den vergangenen Jahren – Social Media ist längst fest im Internet-Alltag verankert. Weniger neue Tools und Killerapplikationen stehen im Vordergrund, als der Umgang mit den Inhalten. 

Der Bloggerspirit lebt: Zwei Wochen ist es her, als Sascha Lobo in seiner Spiegel Online Kolumne leidenschaftlich eine Lanze für die Urform der sozialen Medien brach – die Blogs.

Die Berliner Internetkonferenz re:publica holte den Blogger seit 2007 auf die Bühne – aus dem versprengten Haufen der 700 Teilnehmer der ersten Konferenz in der Kalkscheune sind inzwischen 5000 geworden, die sich nun erstmalig in der STATION Berlin einfinden, einem ehemaligen Postbahnhof in Kreuzberg, in dem seit 2010 auch die wesentlich kommerzielle Next-Konferenz oder unlängst Veranstaltungen der Fashionweek stattfinden.
re:publica goes Pop: Hohe iPad-Dichte, viele Glamour Girls
Der Umzug ist kein Zufall: Die Konferenz ist immer größer geworden, die Teilnehmer immer professioneller – und besser gekleidet. Die Zuhörerinnen der Session "Kompetenz vor Quote" des Digital Women Netzwerks sahen eher aus wie die klassische Glamour-Leserin als die Berliner Bloggerin aus der Bohème der ersten Jahre.

Auch Spiegel Online-Chefin Katharina Borchert schlägt am ersten Tag der re:publica im schicken Kleid auf. Die iPad-Dichte ist auffällig hoch, weiße iPhones sind sowieso aus jedem Blinkwinkel zu erhaschen. Keine Frage: Die republica ist im Pop angekommen. 

"Sind dabei, die Gedankenfreiheit im Netz verlieren"
Im Zeitalter der Allgegenwart von Facebook, Twitter als erster Form der sozialen Kommunikation im Web ist das keine Überraschung. "Die diesjährige re:publica wird eine andere werden", hatte Mitgründer Johnny Häusler wenige Tage vor dem Start bereits via Spreeblick verkündet. Das stimmt in der Form, nicht aber unbedingt für den Inhalt.

Die 270 Redner stehen in den drei Tagen auf den acht Bühnen der STATION Berlin. Hochinteressante Sessions, wie etwa den Eröffnungsbeitrag von Eben Moglen, Gründer des Software Freedom Law Centers, gibt es auch am ersten Tag zu besichtigen. Moglen gibt den Mahner und warnt vor der Allmacht der großen Vier des Internets –  Facebook, Google, Apple und Amazon hätten längst zu viel Macht über ihre Nutzer gewonnen.

"Wir sind dabei, die Gedankenfreiheit vielleicht für immer zu verlieren", resümiert Moglen im Eröffnungsvortrag desillusioniert. Bleibt die Frage, ob die Erstbesucher des Trendevents, das die re:publica inzwischen geworden ist, dieselben Sorgen umtreiben.

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