Schmidt: „Wie ein afrikanischer Diktator“

Fernsehen “Faul” und wie “ein afrikanischer Diktator” sei er gewesen: Seine ehemaligen Weggefährten Manuel Andrack und Herbert Feuerstein lassen im Spiegel-Interview kaum Gutes an Harald Schmidt, dessen Late-Night-Show nach der Sommerpause bei Sat.1 eingestellt wird. Nach Meinung seines ehemaligen Redaktionsleiters würde der 54-Jährige so schnell keine neue Show bekommen. MEEDIA fasst die zehn besten Sprüche aus dem gelungenen Interview zusammen.

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Herbert Feuerstein über Schmidts Umgang mit Kollegen: “Er ging vor wie ein afrikanischer Diktator. Nur dass er die Macht nicht hatte.”

Manuel Andrack über Schmidts Selbstverständnis: “Zumindest hält er sich für den größten Moderator aller Zeiten. Deshalb hat es ihn gewurmt, dass er nie 20 Millionen Zuschauer vorm Fernseher versammeln konnte wie Thomas Gottschalk mit ‚Wetten, dass …?‘."

Feuerstein über Schmidts Faulheit: “Irgendwann hat er zum Beispiel für sich beschlossen, dass er keine Sketche mehr spielen möchte, für die er verkleidet und geschminkt werden muss. Dabei waren wir so gut! In meinen Lieblings-Sketchen saßen wir damals als Apfel und Ei kostümiert in einem riesigen Kühlschrank und philosophierten über Leben und Tod.”

Andrack über Schmidts Verhältnis zu seinen Mitarbeitern: “Als ich in seiner Redaktion anfing, habe ich mich vier Monate lang nur still in die Ecke gesetzt und die ganzen Wichtigtuer reden lassen. Dann bekam ich vom damaligen Sat.1-Chef die Rückmeldung: Schmidt sagt, du machst deinen Job wunderbar.”

Feuerstein über Schmidts Faible für Autos: “Das Jaguar-Fahren hat er von mir kopiert. Am Anfang hat er sich über meinen Wagen lustig gemacht. Dann fuhr er plötzlich selbst einen. Das gleiche Modell in derselben Farbe.”

Andrack über Schmidts Verhältnis zu Oliver Pocher: "Ich glaube, dass die Zeit mit Pocher für ihn traumatisch war. Er war sauer auf sich selbst, weil er die Pleite nicht hat kommen sehen".

Feuerstein auf die Erkenntis, dass Schmidt doch kein Mensch sei: “Es liegt etwas Übernatürliches in seiner Person.”

Feuerstein über Schmidts Verhältnis zu den Medien: “Er hat schon immer alles über sich gelesen.”

Andrack über Schmidts vermeintliche Bildungsbürgermasche: “Das ist keine Masche. Er setzt sich auch Zuhause ans Klavier und spielt stundenlang irgendwelche Etüden.”

Feuerstein über Schmidts Verhältnis zum Publikum: “Einerseits will er zynisch und böse sein. Andererseits will er geliebt werden.”

Feuerstein über Schmidts Zukunft im deutschen Fernsehen: "Ich bin Atheist. Aber an Schmidts Wiedergeburt glaube ich."

Das komplette Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Spiegel.

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