Bohlen und RTL wollen „DSDS“ umbauen

Fernsehen Alle Jahre wieder und diesmal doch anders: Es ist schon eine liebgewonnene Tradition, dass Dieter Bohlen am Ende jeder Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ die komplette Jury austauscht und ankündigt, dass beim nächsten Mal alles anders wird. So auch diesmal. Allerdings war der Handlungsdruck – wegen der enttäuschenden Quoten - noch sie so hoch. Also fallen die Umbau- bzw. Revitalisierungs-Maßnahmen diesmal ungleich umfangreicher aus. Laut Bild betreffen sie sogar Moderator Marco Schreyl.

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Der Moderator gehört bei „DSDS“ im Gegensatz zu den Jury-Kollegen schon zum alten Eisen. Seit 2005 führte der gebürtige Thüringer durch die Castingshow. Höhepunkt war dabei wahrscheinlich der Deutsche Fernsehpreis, den er zusammen mit dem gesamten Team der RTL-Show 2008 für ihre Sendung verliehen bekam. 
In seiner Zeit neben Bohlen hat er schon so manch eine Jury-Besetzung kommen und gehen sehen. In der vergangenen Staffel bewerteten neben den Pop-Titan noch Patrick Nuo zusammen mit Fernanda Brandao die Leistung der Sänger. In diesem Jahr durften Bruce Darnell und Natalie Horler die Plätze neben Dieter Bohlen warm halten. Wer in der kommenden Staffel den Chef-Kritiker soufflieren darf, ist noch unklar. 
Klarer scheint dagegen zu sein, dass die Macher das Mindestalter auf 18 Jahre anheben wollen. Ein Finale, wie am Samstag zwischen Luca Hänni, der bei Beginn der Mottoshows noch 17 Jahre alt war, und Daniele Negroni (15) wäre dann gar nicht mehr möglich. Zudem soll endlich eine Frauenquote eingeführt werden. 
Denn die RTL-Show hat ein massives Frauen-Problem. Acht der bislang neun Gewinner waren Männer. Einer der Gründe, warum alle Frauen so früh rausfliegen, ist offenbar, dass Mädchen lieber für süße Jungs anrufen. 
Laut Informationen der Bild soll zumindest zum Start der Mottoshows dafür gesorgt werden, dass ein ausgeglichenes Geschlechter-Verhältnis besteht. 
Tatsächlich scheint „DSDS“ noch immer die Kraft zu haben, sich zu ändern. Denn vor der gerade abgelaufenen Staffel hatte Bohlen angekündigt, dass der Gewinner 500.000 Euro bekommen würde. So sollten endlich die Diskussionen verstummen, dass aus den Siegern nichts wird. Die Logik hinter dem Schachzug: Mit der halben Million wäre das restliche Leben des neuen „Superstars“ theoretisch abgesichert. Tatsächlich war die neunte Staffel die erste Ausgabe der Casting-Show, in der diese Dauerbrenner-Frage nicht mehr ständig thematisiert wurde. 
Der Grund für die Änderungen sind die mauen Quoten der einst so erfolgsverwöhnten Show. Die neunte Staffel endete mit den schwächsten Final-Quoten aller bisherigen Staffeln. 2,68 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen zu – der bisherige Final-Minusrekord von 3,16 Mio. aus dem Jahr 2004 wurde deutlich unterboten. 
Ans Aufgeben denkt Bohlen allerdings noch nicht. „,DSDS‘ ist deshalb eine große Show, weil wir Mut zur Veränderung haben. Wir alle im Team wollen immer besser werden. Deshalb wird kein Stein auf dem anderen bleiben.“
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