ZDF und ARD als gemischtes EM-Doppel

Fernsehen Um dem Vorwurf der Gebührenverschwendung entgegenzuwirken, machen ARD und ZDF zur Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine gemeinsame Sache. Beide Sender stellten am Dienstag in Hamburg ihr Konzept vor. Um die Produktionskosten für die entfernten Austragungsorte gering zu halten, greifen die Sender jeweils auf die Übertragungsressourcen des anderen zurück und kooperieren sogar in organisatorischen Fragen. Bislang ist allerdings noch unklar, wer das Finale kommentieren wird.

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Beide Sender haben die Übertragungen in den Gastgeberländern unter sich aufgeteilt. "Wenn die ARD also eine Übertragung in einer ukrainischen Stadt durchführt, macht sie das mit Personal vom ZDF", erklärte WDR-Chefredakteur und zugleich “Teamchef” Jörg Schönenborn in Hamburg. “Aus ARD-Ü-Wagen werden auch ZDF-Spiele übertragen und umgekehrt.” Die Produktion in Polen übernehme wiederum die ARD. Damit reagieren die Sender auch auf die enormen Reisewege, die man ansonsten allein stemmen müsste.

Aus diesem Grund wird erstmalig auch die Reiseplanung beider Sender zentral organisiert. “Viel enger können Räder nicht ineinandergreifen”, erklärte Schöneborn. Eine Steigerung sei nur noch möglich, wenn man mit den ZDF-Kollegen in einem Doppelzimmer übernachten würde.  “Aber das können wir dann ja 2016 machen…”, zitiert ihn die "Sportschau".

Probleme erwarte man allerdings nicht. Durch Kooperationen bei vielen Großveranstaltungen sei man mittlerweile routiniert. Trotz der engen Zusammenarbeit in Sachen Organisation und Technik legt man Wert auf unterschiedliche inhaltliche Konzepte.

Bei der ARD berichten Gerhard Delling und Reinhold Beckmann aus den Stadien. Mehmet Scholl steht als Experte zur Seite. Als Live-Kommentatoren melden sich Tom Bartels, Gerd Gottlob und Steffen Simon aus den Sprecherkabinen. “Sportschau”-Moderator Matthias Opdenhövel berichtet direkt aus dem Lager des DFB-Teams in Sopot bei Danzig. Moderator Waldemar Hartmann analysiert abends in “Waldis Club” mit geladenen Gästen die Partien. Die Hip-Hop-Combo Blumentopf fasst den Spieltag, wie schon bei der WM in Südafrika, musikalisch zusammen.

Opdenhövels Posten beim ZDF übernimmt Michael Steinbrecher. Das Zweite wird allerdings von einer Schaubühne in Usedom berichten, die Platz für rund 1.000 Zuschauer bieten soll. Die Moderation übernimmt Katrin Müller-Hohenstein. Unterstützung bekommt sie von Oliver Kahn, der weitere drei Jahre für Das Erste vor der Kamera stehen wird.

Das Eröffnungsspiel wird für die ARD Tom Bartels kommentieren. Unklar ist noch, wer beim Finalspiel spricht. Nach Informationen der dpa sitzt Béla Réthy für das ZDF am Mikrofon. Eine klare Äußerung dazu gibt es von beiden Sendern bislang nicht. Ebenso wenig wollte man sich zur Höhe der Produktionskosten äußern. Mit rund 300 Mitarbeitern für zwei Übertragungsorte liege man in etwa auf dem Niveau der Fußball-EM 2008, die damals in Österreich und der Schweiz stattfand.

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