„Tatort“: humorlos, heftig, höchst spannend

Fernsehen Als Nina Kunzendorf und Joachim Król im Mai 2011 erstmals in einem Frankfurter "Tatort" ermittelten, war sofort klar, dass dieses Duo etwas ganz Besonderes für die Krimireihe werden könnte. Nun liegt Fall 3 vor - und der Eindruck bestätigt sich von Film zu Film mehr. "Es ist böse" ist ein Krimi der Extraklasse - mit einer beklemmenden Story, depressiven Bilder, glänzenden Schauspielern. Ein Krimi, der Angst macht, der nachdenklich stimmt und dessen Auflösung kein Aufatmen hinterlässt.

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"Es ist böse" – das ist nicht nur der Titel des neuesten hr-"Tatorts", es sind auch die ersten Worte, die in dem Film fallen. Kommissar Steier (Król) begrüßt so seine Kollegin Mey (Kunzendorf) am Tatort eines Prostituiertenmordes. "Es ist böse", weil die Leiche von ihrem Mörder böse zugerichtet wurde – mit Messerstichen übersät. Das Beängstigende: Der Täter hat keine Spuren hinterlassen – einzig eine Plastikfolienspur unter den Fingernägeln der Toten macht die Ermittler stutzig. Apropos Ermittler: Mey und Steier werden diesmal vom Kollegen Seidel unterstützt, einem Lieblingsfeind von Mey, hatte sie ihm doch in einem früheren Fall Korruption nachgewiesen.

Mey reißt den Fall aber an sich, muss sich mit Seidel arrangieren. Unter Verdacht steht recht schnell der Ex-Mann des Opfers, der offensichtlich sexsüchtig ist. Doch ist er auch ein Mörder? Und welche Rolle spielt der seltsame Reporter Eggers, der einen Hang zu Gewaltverbrechen hat? Als weitere Prostituierte auf ähnliche Art getötet werden, es also klar wird, dass es sich um einen Serientäter handelt, nimmt der Fall Conny Mey immer mehr mit, bis sie letztlich mit einem Tinnitus vom Fall abgezogen wird.

"Es ist böse" ist tatsächlich böse. Ein Krimi, der die ganze Trostlosigkeit des Jobs Mord-Ermittler zeigt. Kein Polizei-Glamour, kein Platz für Helden, einfach schmutzige Verbrechen in einem grauen Milieu. Die beiden Figuren Mey und Steier werden dabei im Vergleich zu den beiden ersten Fällen bewusst zurück genommen. Die Gegensätze zwischen der prolligen Mey und dem zurückhaltenden Steier werden nicht so deutlich, humorige Szenen gibt es keine einzige. In diesem harten Fall wäre Humor allerdings auch fehl am Platz. Am Ende lösen Mey und Steier nach einer sehr spannenden letzten halben Stunde die Mordserie doch noch – und im Gegensatz zu schlechten Krimis ist der bekannteste Nebendarsteller nicht der Mörder. Zufrieden macht das den Zuschauer dennoch nicht, zu verstört und verängstigt wird er mit seinen Gedanken zurückgelassen.

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