WDR-Rundfunkrat fordert weniger ARD-Talks

Fernsehen Nach Meinung des WDR-Rundfunkrates gibt es im Ersten zu viele Talkshows. Das hat das Gremium in einer öffentlichen Sitzung am Montag verlauten lassen. Mit nur einer Stimme Enthaltung hätte das Gremium eine Stellungnahme verabschiedet, in der man “dringend” empfiehlt, "diese Form der Talkleiste nicht fortzuführen", berichtet die Süddeutsche Zeitung. Der Rundfunkrat sieht sich in seinen Befürchtungen bestätigt, die er bereits 2010 äußerte. Welche Sendung dafür weichen muss, verrät das Gremium nicht.

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So sei man bei der Sichtung der einzelnen Sendungen auf zu viele Überschneidungen zwischen den einzelnen Talkshows getroffen. Immer wieder hätten die Themen Gauck und Wulff geheißen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Auch Absprachen unter den Redaktionen würden nicht funktionieren. Darüber hinaus sei die Anzahl der Gäste zu groß, heißt es in der Stellungnahme, die das Gremium im Laufe des Tages veröffentlichen wird.

Welcher Kopf nun rollen muss, dazu äußerte sich der Rundfunkrat nicht. Man fordert schlicht eine Reduzierung der Talkschwemme und klarere Profile für die einzelnen Formate. Mitunter könne man Formate eventuell im wöchentlichen Wechsel ausstrahlen, zitiert die SZ die Vorsitzende des Programmausschusses Petra Kammerevert.
Das Gremium sieht sich in seinen Befürchtungen bestätigt, die man bereits 2010 in einer Stellungnahme äußerte.

Dort hieß es: "Der WDR-Rundfunkrat (…) stellt fest, dass die ARD mit Günther Jauch, Anne Will, Frank Plasberg, SandraMaischberger und Reinhold Beckmann über fünf ausgezeichnete Moderatorinnen und Moderatoren verfügt, die allesamt in hohem Maße für journalistische Qualität stehen und damit einen wesentlichen Beitrag zum öffentlich-rechtlichen Profil der ARD beitragen;

3. bleibt jedoch bei seiner kritischen Haltung gegenüber fünf Gesprächsformaten, die zukünftig täglich von Sonntags bis Donnerstags im Ersten zu sehen sein werden;

4. bedauert in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass die bis Herbst nächsten
Jahres vorhandene Zeit nicht dafür genutzt wurde, grundsätzlich und
ergebnisoffen über die Programmstruktur im Ersten zu diskutieren und dabei
auch darüber nachzudenken, wie die Qualitäten der genannten Moderatorinnen
und Moderatoren anders und möglicherweise besser eingesetzt werden können,
ohne den Zuschauerinnen und Zuschauern an fünf Tagen in der Woche Talk,
wenn auch in unterschiedlicher Form anzubieten. (…)"

Seit September 2011 strahlt Das Erste an fünf Abenden in der Woche Talkshows aus. Neben Neuzugang Günther Jauch kämpfen Sandra Maischberger, Anne Will, Frank Plasberg und Reinhold Beckmann um die Quote.

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