Kurssturz: Apple-Aktie wird zu Fallobst

Tech Verkehrte Welt an der Wall Street: Apple, der mit Abstand wertvollste Konzern der Welt, wird an der US-Börse plötzlich gemieden wie faules Obst. Seit fünf Tagen befindet sich das Papier nunmehr im freien Fall – und hat dabei 62 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet. Über die Gründe für den Ausverkauf rätseln Marktbeobachter: Belastet die Klage des Justizministeriums? Könnten Mobilfunkbetreiber das iPhone künftig weniger bezuschussen? Lässt die iPad- oder Mac-Nachfrage nach? Oder ist die Aktie zu heiß gelaufen?

Werbeanzeige

Verkehrte Welt an der Wall Street: Apple, der mit Abstand wertvollste Konzern der Welt, wird an der US-Börse plötzlich gemieden wie faules Obst. Seit fünf Tagen befindet sich das Papier nunmehr im freien Fall – und hat dabei 62 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet. Über die Gründe für den Ausverkauf rätseln Marktbeobachter: Belastet die Klage des US-Justizministeriums? Könnten US-Mobilfunkbetreiber das iPhone künftig weniger bezuschussen? Lässt die iPad- oder Mac-Nachfrage nach? Oder ist die Aktie einfach zu heiß gelaufen? 

Die Gesetze der Schwerkraft sind zurück: Für ein ganzes Quartal schien die Apple-Aktie nur eine Richtung zu kennen – steil, sehr steil nach oben. Getragen von den extrem starken Quartalszahlen im Januar schickte sich Apple an, erst die 500 Dollarmarke zu nehmen, dann die 550, wenige Tage gar die 600 Dollar, um fast sogar Notierungen bei 650 Dollar zu knacken. Das war am Ostermontag der Fall.

Was für einen Unterschied indes eine Woche machen kann. Seitdem nämlich kennt das Papier nur noch eine andere Richtung – die der Schwerkraft. Und wie hart die nun wirkt: In gleich fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen haben Anteilsscheine des wertvollsten Konzern der Welt nun schon verloren und dabei in der Spitze 66 Dollar oder mehr als 10 Prozent an Wet eingebüßt.  62 Milliarden Dollar Börsenwert wurden damit an der Wall Street binnen nur einer Woche damit vernichtet – soviel wie Deutsche Telekom und Deutsche Post zusammen wert sind. 

"Apple-Aktien stürzen brutal ab": 23 Milliarden Dolla an einem Tag vernichtet

"Die Apple-Aktien stürzen nun richtig brutal ab", kommentierte der frühere Internetaktienanalyst Henry Blodget den Einbruch, der sich vor allem im gestrigen Handelsverlauf beschleunigte. 25 Dollar oder mehr als vier Prozent gingen binnen nur sechseinhalb Stunden an der Wall Street verloren. Das war der größte Einbruch seit der Vorstellung des iPhone 4S Anfang Oktober letzten Jahres. 

Mühsam wird nach Erklärungen für den Einbruch des Highflyers gesucht. Da ist etwa die Klage des US-Justizministeriums gegen Apple wegen Preisabsprachen im neu gestarteten E-Book-Segment – zu unbedeutend, um als ernsthafte Erklärung in Frage zu kommen.

iPad-Nachfrage nicht so stark wie erhofft?
 
Schon ernster wäre der Verdacht, den die Businessweek anführt: Die Mobilfunkbetreiber könnten bei der nächsten iPhone-Generation härter verhandeln und ihre Bezuschussungen zu Apples Kult-Smartphone runterfahren. Am Ende könnte der Kunde tiefer in Tasche greifen müssen – was die Absatz schmälern könnte.   

Den sehen die Analysten von Wedge Partners auch ausgerechnet beim jüngsten Unternehmenssegment in Gefahr. So wollen die Volkswirte die Nachfrage nach der vor einem Monat ausgelieferten dritten iPad-Generation schwinden sehen. Die Erhebung haben Wedge Partners zwar exklusiv, doch alleine die Vermutung reichte gestern für schwere Verluste.

Gene Munster: Erste US-Absatzrückgänge beim Mac seit Jahren?

Apple Star-Analyst Gene Munster hat unterdessen andere Hiobsbotschaften zu vermelden: So seien die Mac-Verkäufe in den USA um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum rückläufig, will Munster aus den neusten Daten des Marktforschers NPD herausgelesen haben. Das wäre der erste Rückgang seit vielen Jahren, der allerdings angesichts der Stärke des iPads allerdings auch nicht völlig unerwartet käme.

Man kann sie also finden, die Haare in der Suppe. Vielleicht ist die Erklärung für den Kursrutsch am Ende aber auch einfacher: "Wir glauben, es ist ein Zusammenbruch angesichts der eigenen Stärke, die die Aktie seit Jahresbeginn zeigt", glaubt Analyst Brian Marshall von der ISI Group. Oder in den Worten eines viel zitierten amerikanischen Idioms: What goes up must come down.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige