Springer-Enkel schreibt „Neues Testament“

Publishing Am 19. April erscheint ein Buch, das für Aufsehen in der Medienbranche sorgen könnte. Es heißt "Das neue Testament - Mein Großvater Axel Springer, Friede, ich und der Strippenzieher: Die wahre Geschichte einer Erbschaft". Autor des 288 Seiten dicken Buches ist Axel Sven "Aggi" Springer. Thema ist, wie der Titel bereits nahelegt, das Erbe des Verlegers Axel Caesar Springer. Der Enkel klagte 2003, weil er sich um einen Teil seines Erbes betrogen sah.

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Der Verlag Haffmans & Tolkemitt, in dem das Buch des Enkels erscheint, hat folgende Beschreibung zu dem Werk veröffentlicht: "Axel Springer war ein legendärer Verleger und ein ganz besonderer Großvater. Zu seinem 100. Geburtstag am 2. Mai 2012 erlaubt sein Enkel Axel Sven Springer erstmals einen ganz neuen, privaten Blick auf diese große Persönlichkeit der deutschen Nachkriegsgeschichte. Er erzählt vom engen Verhältnis zu seinem »Granddaddy«, von seiner dramatischen Entführung als 19-Jähriger und vom tragischen Freitod seines Vaters. Vor allem aber beschreibt er die dunklen Geheimnisse rund um die letzten Lebenswochen des Verlegers und dessen angeblichen letzten Willen. Fiel der Enkelsohn auf den Coup eines allmächtigen Testamentsvollstreckers herein? Der Krimi um das Erbe Axel Springers wurde bis heute nie ganz erzählt. Bis zu diesem Buch. Die packende Innenansicht einer der bekanntesten Familien Deutschlands, eine Geschichte von Macht und Verrat als wär’s ein Stück von Shakespeare."

Das klingt etwas dramatisch, aber tatsächlich ging es in der Angelegenheit, über die Axel Sven Springer schreibt, um Einiges. Er klagte vor neun Jahren gegen den Testamentsvollstrecker von Axel Springer, den Juristen Bernhard Servatius, wegen Urkundenunterdrückung und Betrug (hier ein Beitrag aus dem Manager Magazin über die Klage). Die Ermittlungen gegen Servatius wurden allerdings rasch eingestellt und auch nicht weiter verfolgt. Statt wie erhofft mit 25 Prozent wurde der Enkel damals nur mit 5 Prozent an den Verlagsanteilen seines Großvaters bedacht. Seit Jahren kämpft Axel Sven vor und außerhalb von Gerichten für seine These, dass der letzte Wille von Axel C. Springer ein anderer gewesen sei. Axel C. Springer starb 1985.

Axel Sven Springer, der Sohn des 1980 verstorbenen Axel Springer jr., arbeitete eine Weile selber im Medienkonzern des Großvaters, er ist auch Absolvent der hauseigenen Journalistenschule. Erst im März zeichnete er noch gemeinsam mit Uwe Seeler die besten Sportfotografien für den Sven-Simon-Preis aus – sein Vater war u.a. Sportfotograf. Das "neue Testament" des Enkels erscheint nun in dem Jahr, in dem sein Großvater 100 Jahre alt geworden wäre. Bernhard Servatius wird zudem am 14. April 80 Jahre alt. Mehr an Symbolik für eine Buchveröffentlichung ist nicht möglich. Ob der Inhalt aber hält, was er verspricht, zeigt sich in der kommenden Woche.

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