So machen Sie Ihr Profil abmahnsicher

Publishing Kriminelles Liken: Wer unkontrolliert Artikel, Videos und Bilder auf Facebook und Co. teilt, macht sich zur Zielscheibe von Abmahnanwälten. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man die jüngst entfachte Debatte über die Legalität von Likes und das damit verbundene Teilen von Inhalten mit seinen Freunden in sozialen Netzwerken verfolgt. Was ist erlaubt? Und was nicht? Wie ist mit Bildern und Texten Dritter umzugehen, wenn ich Sie mit anderen Nutzern teilen will? Ein Überblick.

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Social Networks haben das Weiterverbreiten von Links denkbar einfach gemacht. Das “Sharing” ist das Lebenselixier von Facebook und Co.. Ohne Inhalte würde es in unseren Pinnwänden und Timelines recht schnell sehr still werden. Die Frage, die sich mittlerweile stellt: Darf ich uneingeschränkt Bilder, Texte und Videos teilen? Da sich kein Gericht bislang explizit zum Sharing von Inhalten in der Facebook-Timeline geäußert hat, kann man zur Beantwortung dieser Frage nur auf einzelne Rechtssprechungen zurückgreifen.

Es gilt: Der Inhaber eines Facebook-Profil ist der Herr über sein Angebot, also auch die Links, die er postet. Ergo kann er für sie auch verantwortlich gemacht werden. Handelt es sich um seine eigenen Schöpfungen – also ein selbstgedrehtes Videos, ein Foto vom Smartphone oder einen eigens verfassten Text – sind Sie auf der sicheren Seite. Immerhin sind Sie der Urheber.

Anders verhält es sich, wenn Sie Inhalte von Dritten auf Facebook posten. Denn damit verbreiten Sie nicht nur Material, an dem Sie nicht die Rechte besitzen, unter anderen, sondern bestücken damit auch Ihr eigenes Profil. Deswegen urteilte das Landgericht Berlin bereits 2008, dass sich ein Nutzer durch das Posten eines urheberrechtlich geschützten Bildes ein Motiv zu eigen mache.

Damit nicht genug: Da selbst beim Sharing von Artikeln oft Artikelbilder auf Facebook und Google+ übernommen werden, kann theoretisch auch das Sharing von Texten urheberrechtlich problematisch sein.

Viele Nutzer verstehen das reine Sharing über Like-Buttons als Zitieren. Allerdings braucht es laut Urheberrechtsgesetz für ein Zitat mehr. Der Zitierende muss sich mit dem Werk auseinandergesetzt haben und das Zitat in eine eigene Interpretation des Sachverhalts eingebettet haben. Laut dem Medienanwalt Carsten Ulbricht von der Kanzlei Diem & Partner reicht zudem die Angabe des Links als vernünftige Quellenangabe nicht aus.

Er rät dazu, beim Sharing lediglich den Link anzugeben und auf das typische Einbetten von Artikeln, etwa mit Bild, Überschrift und Teaser zu verzichten. Außerdem würden eigene Anmerkungen dem Zitieren von Inhalten näherkommen. Ferner rät Ulbricht dazu, nur Inhalte von Seiten auf Facebook zu posten, die Sharing-Plugins eingebaut haben. Damit ist geregelt, dass der Seiteninhaber will, dass die Inhalte der Webseite auch geteilt werden.

In dem speziellen Fall, der für einigen Aufruhr in den sozialen Medien gesorgt hat, wurde ein Nutzer abgemahnt, obwohl er selbst das entsprechende Bild gar nicht auf seine Pinnwand hochgeladen hatte. Diesem Problem können Sie mit wenigen Klicks in den Privatsphäre-Einstellungen einen Riegel vorschieben. Rufen Sie dazu auf Facebook in den “Privatsphäre-Einstellungen” das Untermenü “Chronik und Markierungen” auf und wählen bei “Wer kann in deiner Chronik posten?” “Niemand” aus.

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