Aktiensplit: Google-Chefs sichern die Macht

Es ist die Überraschung von Googles Quartalskonferenz: Das Internetschwergewicht verkündet effektiv einen Aktiensplit im Verhältnis 2:1. Künftig wird es neben der regulären Google-Aktie nun eine Vorzugsaktie geben, die ebenfalls an der Technologiebörse Nasdaq gelistet ist. Anteilseigner dieser sogenannten C-Aktien besitzen aber keine Stimmrechte – die Papiere können vielmehr als Mitarbeiteraktien oder Akquisitionswährung genutzt werden. Der Google-Vorstand sichert somit seine Macht ab.

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Es ist die Überraschung von Googles Quartalskonferenz: Das Internetschwergewicht verkündet effektiv einen Aktiensplit im Verhältnis 2:1. Künftig wird es neben der regulären Google-Aktie nun eine Vorzugsaktie geben, die ebenfalls an der Technologiebörse Nasdaq gelistet ist. Anteilseigner dieser sogenannten C-Aktien besitzen aber keine Stimmrechte  – die Papiere können vielmehr als Mitarbeiteraktien oder Akquisitionswährung genutzt werden. Der Google-Vorstand sichert somit seine Macht ab. 

Das Rennen lief nur kurz. Ende der vergangenen Woche hatte Google auch in seiner letzten Domäne, dem Aktienkurs, gegenüber Apple das Nachsehen. Der inzwischen fast dreifach höher bewertete Silicon Valley-Rivale zog auch auf der Kurstafel an der Nasdaq an Google vorbei: 631 zu 630 Dollar blinkte das neue Kräfteverhältnis auf den Tickern auf. 
Es hätte ein unterhaltsames Duell werden können, schließlich bewilligt die Wall Street Google noch immer deutlich großzügigere Multiplen als Apple. 651 zu 622 Dollar lauteten die letzten Aktienkurse zugunsten Googles, bevor das Internetschwergewicht nach Handelsschluss sein jüngstes Zahlenwerk vorstellte – und mit ihm die überraschende Entscheidung, die das Wettrennen an der Nasdaq jäh beendete. 

Vorzugsaktien als Kompensationswährung

Google hat sich die längste Zeit über der 600-Dollar-Marke bewegt – denn künftig wird der Aktienkurs halbiert. Das passiert nämlich effektiv nach der Überraschungsankündigung eines Splits der Anteilscheine in sogenannte A- und C-Aktien. Neben der regulären Google-Aktie, die weiter an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Tickersymbol GOOG gehandelt wird, soll es künftig an der Nasdaq auch Google-Vorzüge geben. 
Verschiedene Aktienklassen sind nichts Ungewöhnliches  an der Börse – auch Berkshire Hathawaway oder Volkswagen teilen ihre Anteilsscheine in verschiedene Aktienklassen auf. Im Falle Googles hat der Split eine klare Motivation: Die Stimmrechte – und damit die Entscheidungsgewalt – sollen bei den Google-Gründern und Aufsichtsratschef Eric Schmidt bleiben. Page und Brin verfügen so über 56,7 Prozent der Stimmrechte.
Durch die Ausgabe von Mitarbeiteraktien waren die Stimmrechte der Google-Gründer zuletzt immer weiter verwässert worden. Künftig können die Bonusprogramme durch stimmrechtlose Vorzugsaktien abgegolten werden – die sogannnten C-Aktien, die an der Börse meist mit einem leichten Discount zur A-Aktie gehandelt werden.

Aktiensplit ohne neue Allzeithochs

Die Aufteilung in verschiedene Aktienklassen – Google-Anteilseigner erhalten je Aktie eine neue Vorzugsaktie – hat nun effektiv die Halbierung des bisherigen Aktienkurses zur Folge. Am Ende dürfte es dem Aktionär allerdings ziemlich egal sein, ob er zwei Papiere zu 325 Dollar oder eine Aktie zu 650 Dollar besitzt – der Aktienkurs ist schließlich nichts als eine Zahl.
Und doch kommt die Split-Ankündigung nicht ohne eine gewisse Sentimentalität daher: Die alten Allzeithochs bei 715 Dollar stammten nämlich noch aus dem Jahr 2007. Trotz der sukzessiven Zuwächse im Kerngeschäft ist es dem Internet-Schwergewicht in mehr als vier Jahren nicht gelungen, seinen treuen Aktionären neue Höchstkurse zu bescheren. 
Besonders bitter fällt der Vergleich mit Apple aus: Ende 2007, als Google auf Gipfel bei 715 Dollar notierte, waren Apple-Aktien gerade mal 200 Dollar wert. Heute liegen die beiden Tech- und Internet-Giganten an der Börse bei rund 600 Dollar ziemlich gleichauf – doch Apple ist nach dem enormen Lauf seit 2009 mit knapp 600 Milliarden Dollar heute fast drei mal so viel wert. Was für ein Unterscheid ein paar Jahre machen können…

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