Musik-Casting auf Turnhallen-Niveau

Fernsehen Die Premiere der neuen Casting-Game-Show “The Winner is …” bei Sat.1 ging am Mittwochabend zur besten Sendezeit quotenmäßig voll in die Hose. Aber Auch inhaltlich war die Show schwach. Der Mix aus Game-Show und Musik-Casting zündete zu keiner Sekunde. Zu viele Darbietungen auf Turnhallen-Niveau, eine Linda de Mol, die man kaum wiedererkannte und ein blasser Mousse T. als Jury-Sprecher. Wer einen Beweis für den Niedergang des Casting-Trends sucht - hier ist er.

Werbeanzeige

Linda de Mol, die man kaum wiedererkannte, sagte den entscheidenden Satz gleich ganz zu Anfang der Show: “Noch eine Castingshow, muss das sein? Ich höre sie das denken.” Die richtige Antwort wäre gewesen: Nein. Das muss nun wirklich nicht sein. Leider hält man es bei Sat.1 für eine gute Idee, dieses Hybrid-Format aus Game- und Castingshow auf Sendung zu schicken. Wenn schon den Kandidaten und Zuschauern klar ist, dass das mit der Karriere nix wird, dann soll es eben wenigstens um die Kohle gehen. Die Kandidaten können sofort 5.000 Euro einsacken oder sich dem Votum der 101-köpfigen Jury stellen und auf eine Million Euro in der Finalshow hoffen. Von einer Musik-Karriere redet hier keiner mehr.

Dieser leicht zynische Touch, ist vielleicht noch das beste an “The Winner is …” Aber das reicht nicht. Eine 31-jährige, aufgedonnerte Kandidatin, sich sich selbst als “sehr girly” bezeichnet. pummelige Mädels, eine Realschullehrerin, die zusammen mit einem Farbigen als “Bärbel & Trevor” schmettert. Solche Auftritte sind nicht verdammenswert, aber sie gehören nicht ins Fernsehen, sondern auf Provinzbühnen.

Die Zuschauer bewiesen Geschmacksicherheit und straften die Show bei den Einschaltquoten gnadenlos ab. 1,64 Mio. im Gesamtpublikum und 0,99 Mio. in der Zielgruppe. Das ist ja schon fast “Gottschalk Live”-Niveau. Und warum sollte “The Winner is …” künftig besser laufen, wenn in der Kategorie “Professional” Leute wie Lucy von den No Angels auftreten. Nein, es gibt keinen Zweifel: Diese Show ist ein Totalflop und sang und klanglos in der Versenkung verschwinden.

Nach dem Erfolg mit “The Voice of Germany” hat man sich im zweiten aktuellen Anlauf mit Musik-Casting bei Sat.1 ordentlich die Finger verbrannt. Einen wahrhaftigen Moment hatte “The Winner is …” dann doch noch fast ganz am Ende. Show-Schlachtross George McCrae sang seinen Oldie “Rock me Baby” in der Kategorie Professional. Auf die Frage von Linda de Mol, warum er sich das in seinem Alter noch antue in so einer Show, sagte er: “For the money”. Die Teilnehmer bei dieser Show sind dabei, weil sie das Geld wollen. Vielleicht sollte man die Zuschauer fürs Gucken auch bezahlen. Andere Gründe hier einzuschalten, gibt es nicht.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige