Facebook kauft Instagram für eine Milliarde

Publishing Großer Coup am Ostermontag: Für eine Milliarde Dollar übernimmt Facebook die mobile Fotosharing-Community Instagram. Es ist die mit Abstand größte Übernahme der noch jungen Unternehmensgeschichte des weltgrößten Social Networks. Instagram gilt seit Monaten als boomende Smartphone-App schlechthin: Das erst im Herbst 2010 gegründete Start-up kommt bereits auf 30 Millionen Nutzer. Die Annäherung an Facebook kommt nicht von ungefähr: Erst im Januar wurde eine Integration ins Social Network verkündet.

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Wenige Wochen vor seinem Börsengang hat Facebook-CEO Mark Zuckerberg ziemlich überraschend eine Großübernahme verkündet – zumindest in finanzieller Hinsicht. Für die auf den ersten Blick stolze Summe von einer Milliarde Dollar, bezahlt in bar und Aktien, übernimmt das weltgrößte Social Network den boomenden mobilen Fotosharing-Dienst Instagram, der über ganze 13 Mitarbeiter, aber 30 Millionen Nutzer verfügt.

Allein seit Anfang Jahres, als Facebook die Integration von Instagram-Fotos in die Timeline verkündete, konnte Instagram seine Nutzerzahlen verdoppeln. "Nun können wir noch enger mit dem Instagram-Team zusammenarbeiten", kommentierte der Facebook-Gründer in einem Blogeintrag in seinem Facebook-Profi zur Übernahme.

Instagram-Prinzip: Retro-Bilder für die iPhone-Generation

Gleichzeitig betonte Zuckerberg, dass die Eigenständigkeit von Instgram gewahrt bleiben werde. Das vom früheren Google-Mitarbeiter Kevin Systrom im Oktober 2010 mitgegründete Startup entstand aus der Idee, iPhone-Nutzern einen kleinen Zeitvertreib für zwischendurch buchstäblich in die Hand zu geben.

Mit Filtern können Bilder verfremdet und dann mit der Community geteilt werden. Der Erfolg war so durchschlagend, dass Instagram von Apple zur App des Jahres 2011 gewählt wurde. Erst in der vergangenen Woche wurde Instagram nun auch Android-Nutzern zugänglich gemacht.

Auch Popstars und Barack Obama haben Instagram schon entdeckt

Keine Überraschung, dass auch Prominente den neuen Social-Media-Liebling schnell entdeckten: Taylor Swift und Justin Bieber (der sich über das Foto mit den meisten Likes freuen darf) veröffentlichen ihre Smartphone-Schnappschüsse seit Neustem via Instagram.

Anfang des Jahres zog dann sogar der US-Präsident nach: "Barack Obama spricht in einer Video-Botschaft an Wähler des Iowa Caucus. #obama2012", lautete die erste Foto-Mitteilung des US-Präsidenten. "Obama zeigt mit seiner Instagram-Mitgliedschaft, dass er immer noch hip ist", adelte der Business Insider Präsident und Foto-App gleichermaßen.

Großer Schub mit der Version 2.0

In den vergangenen Monaten drückte das Start-up aus dem Silicon Valley aufs Tempo: Im Herbst der Rollout der Version 2.0, die neue Bearbeitungsmöglichkeiten wie einen Verwischungseffekt ergänzte, dann die große Facebook-Integration. 

iPhone- und Android-Nutzer haben so die Möglichkeit, ihre mobilen Uploads direkt via Instagram zum weltgrößten Social Network hinzuzufügen – schließlich erhalten die Bilder so eine weitere persönliche Note, die den umständlich und eingeschränkten mobilen Foto-Uploads auf der Facebook-App abgingen.

Instagram soll als eigenständiges Angebot fortbestehen

"Nun können wir wunderschöne mobile Fotos noch besser mit Leuten nach unseren Interessen teilen", erläutert Zuckerberg den Schachzug. Bei Instagram können Mitglieder wie bei Twitter Nutzern einfach folgen, ohne dass sie mit ihnen befreundet sein müssen. Entsprechend rasant wuchs die Verbreitung zuletzt an.

Instagram soll als App-Angebot in der jetzigen Form fortbestehen, erklärte der 27-jährige Facebook-CEO zudem. Inwieweit man die beiden Dienste stärker miteinander verzahnen werde, stehe noch nicht fest. Auch das Posten zu anderen sozialen Netzwerken wie Twitter soll weiter möglich sein. 

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