Marc Walder wird Ringier-Boss

Publishing Das größte Medienunternehmen der Schweiz, die Ringier AG, bekommt einen neuen Chef. Marc Walder, bisher verantwortlich für die Geschäfte in der Schweiz und Deutschland, löst Christian Unger ab. Dieser hatte den CEO-Posten Anfang 2009 übernommen und stark auf digitale Wachstumsfelder gesetzt. Gegenüber MEEDIA hatte sich Unger noch vor wenigen Monaten im Interview über die eingetrübten Konjunkturaussichten geäußert und gesagt: "Ich erwarte persönlich ein sehr hartes Jahr."

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In einer Mitteilung aus dem Schweizer Großverlag, in dem u.a. die Boulevardzeitung Blick erscheint, heißt es, Unger wolle sich neuen Aufgaben zuwenden. Der Manager wird so zitiert: "Ringier ist nach dreijähriger Umbauarbeit heute ein breit diversifiziertes Medien-Unternehmen und hat mit dem Joint Venture Ringier Axel Springer Media AG eine hervorragende Position in Mittel- und Osteuropa gewonnen. Es ist der richtige Zeitpunkt für mich, neue Aufgaben anzunehmen."

In der Tat kann die Gründung des Osteuropa-Geschäfts mit Springer zu den Meilensteinen Ungers gezählt werden. In der digitalen Welt expandierte der frühere Bertelsmann-Manager mit Zukäufen, u.a. mit einer Couponing-Website. Unger setzte ebenfalls stark auf den Ausbau des Event- und Ticketing-Geschäfts. In Deutschland gehören die Magazine Cicero und Monopol zu Ringier, der Zukauf des Bielefelder Klocke-Verlags wurde zunächst wieder abgesagt.

Der neue Ringier-Boss hat im Haus eine lupenreine Karriere hingelegt. Vor einigen Jahren war Marc Walder noch der bestens verdrahtete Chef der Schweizer Illustrierten, der Bunte der Eidgenossen. Anschließend wurde er Chef der Sonntagsausgabe des Blick. 2008 wechselte er ins Management, übernahm auf Geheiß von Verleger Michael Ringier die Verantwortung über den Heimatmarkt und Deutschland. Gelernt hat Walder auf der hauseigenen Journalistenschule von Ringier. Er übernimmt den Job ab sofort.

Im MEEDIA-Trendbuch 2012 ist ein ausführliches Interview mit Christian Unger nachzulesen. Im Gespräch hatte der gebürtige Deutsche, der zuvor u.a. das Online-Auktionshaus Tradus geführt hatte, gesagt: "Wir müssen unsere Geschäftsmodelle neu erfinden, so dass unsere Inhalte, die wir produzieren, weiter so attraktiv bleiben, dass dafür bezahlt wird." Und: "Wir müssen akzeptieren, dass andere die Geschäftsmodelle (im Netz) aufbauen, die wir hätten aufbauen müssen. Innovation ist heute an Technologie gekoppelt, und da sind uns andere voraus." Unger plädierte dafür auch für Kooperationen mit großen Internet-Playern.

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