Google Glasses: Smartbrille statt Smartphone

Publishing Die Gerüchte haben nicht getrogen: Google arbeitet tatsächlich am Prototyp einer Computerbrille. Die 'Googles Glasses' sollen Funktionen übernehmen, die Nutzer von Smartphones kennen: Telefonieren, Standorte bestimmen, Routen einsehen oder Inhalte mit dem Google+- Netzwerk teilen. Gerüchten zufolge könnte die ersten Modelle sogar schon dieses Jahr auf den Markt kommen. Die Börse reagiert indes vollkommen unbeeindruckt auf Googles möglicherweise großes Zukunftsprojekt.

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Ist das die Zukunft? Durch die Städte eilende Menschen in Cyberbrillen, die Selbstgespräche führen und durch die Brillengläser mit der Welt verbunden sind? So zumindest sieht ein futuristischer Entwurf des Internetkonzerns aus, den Google "Project Glass" nennt und gestern in seinem sozialen Netzwerk Google+ geteilt hat.

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Es handelt sich um eine Computerbrille, die per Sprachsteuerung bedient wird und dem Nutzer Anwendungsmöglichkeiten, symbolisiert durch Icons,  im Sichtfeld des Brillenglases bietet. Es sind dies die aus Smartphones bekannten Features wie etwa Videotelefonie und in erster Linie internetbasierte Anwendungen wie Routen- oder Ortbestimmung, die Interaktionen mit dem sozialen Netzwerk Google+ oder die Abfrage von bestimmten Services wie dem Wetter.
Project Glass: Erster öffentlichkeitswirksamer Testballon
Google hat die Funktionalitäten in einem zweieinhalb Minuten langen Demo-Video auf YouTube vorgestellt. Wie die Google-Brillen im Alltag tatsächlich zu bedienen sind – etwa durch zusätzliche Bewegungen oder Neigungen -, wann sie auf den Markt kommen (einige US-Blogs berichten bereits von einem Start dieses Jahr) und was sie kosten könnten – alles unklar. Google selbst spricht davon, dass das Internet-Unternehmen in den Dialog treten und Userbedürfnisse kennenlernen wolle. 
Es scheint, dass der wertvollste Internetkonzern der Welt mit seinem öffentlichkeitswirksamen ersten Testballon ausloten will, ob die Nutzer für das nächste große Ding in der Tech-Welt schon bereit sind. Es könnte sich schließlich um nichts weniger als den Markt nach dem Smartphone handeln, der seine Anwender in der Handhabe von einem Zusatzgerät in der Tasche befreit – und es ist die konsequenteste Umsetzung des Augmented Reality-Trends. Theoretisch.
Interessanter Flirt mit der digitalen Zukunft – mehr noch nicht
Smartbrille statt Smartphone also? Bleibt die Frage, ob eine digitale Brille im Leben der Anwender tatsächlich so selbstverständlich Einzug hält wie das Smartphone, das immer wieder in der Hosentasche versteckt werden kann und keine ästhetische Typveränderung nach sich zieht.

Und: Ob die Menschheit bereit für permanente Selbstgespräche bei der Anwendungssteuerung ist. Die Anfangseuphorie um Apples sprachgesteuerten persönlichen Assistent Siri zumindest scheint zuletzt zumindest merklich abgekühlt.  Insofern ist das Project Glass zum aktuellen Zeitpunkt kaum mehr als ein interessanter Flirt mit der digitalen Zukunft. Das sah die Wall Street ähnlich und schickte die Google-Aktie gestern in einem allgemeinen schwachen Marktumfeld um rund ein Prozent nach unten. 

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