Bundesligarechte: Tod oder Gladiolen für Sky

Der Mega-GAU für die Münchner Sky AG ist kein Hirngespinst mehr. Seit gestern 15.30 Uhr ist es offiziell, dass mit der Deutschen Telekom ein extrem solventer Rivale um die Fernsehrechte an der Bundesliga mitbieten wird. Gut für die Liga, der höhere TV-Gelder winken, ziemlich problematisch indes für den Münchner Pay-TV-Sender: denn auch wenn Sky sich gegen den Dax-Konzern durchsetzen sollte, droht ein Pyrrhussieg. Ein möglicher Zuschlag dürfte teuer bezahlt sein. Die Aktie kommt unter die Räder.

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Der Mega-GAU für die Münchner Sky AG ist kein Hirngespinst mehr. Seit gestern 15.30 Uhr ist es offiziell, dass mit der Deutschen Telekom ein extrem solventer Rivale um die Fernsehrechte an der Bundesliga mitbieten wird. Gut für die Liga, der höhere TV-Gelder winken, ziemlich problematisch indes für den Münchner Pay-TV-Sender: denn auch wenn Sky sich gegen den Dax-Konzern durchsetzen sollte, droht ein Pyrrhussieg. Ein möglicher Zuschlag dürfte teuer bezahlt sein. Die Aktie kommt unter die Räder.

Fast ein Jahr ist das Aus von Louis van Gaal in der Bundesliga her. Der holländische Erfolgstrainer hatte in seiner ersten Saison mit dem FC Bayern bis auf das Champions League-Finale alles gewonnen, um elf Monate später grandios zu scheitern. Als "Tod oder Gladiolen" bezeichnete der streitbare Holländer diese Schicksalsspiele in martialischer Art nur all zu gerne. 
Ganz ähnliche Wochen der Wahrheit stehen nun dem exklusiven TV-Anbieter der Bundesliga bevor: Sky muss zittern – und wie! Denn gestern hat die Deutsche Telekom offiziell ihre Offerte bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) abgegeben – und zwar nicht nur wie bisher für die IPTV-Rechte, sondern für ein Komplettpaket von Satellit, Kabel, IPTV und Mobilfunk.

Telekom macht ernst und will "in neue Geschäftsfelder vorstoßen"
Für Bundesliga-Clubs, die etwa Bayern-Präsident Uli Hoeneß im Vergleich zur internationalen Konkurrenz aus England, Italien oder Spanien bei den TV-Gelder benachteiligt sieht, könnte der Vergabepoker zur kräftigen Mehreinnahmen führen. Pro Saison sollen demnach nun rund 500 Millionen Euro in die Kassen der DFL fließen. Durchschnittlich waren es zuletzt 412 Millionen Dollar.

Für die chronisch defizitäre Sky Deutschland AG sind die Muskelspiele des finanziell übermächtigen Rivalen eine extrem schmerzhafte Kampfansage. Zumal die Telekom aufs Ganze geht: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wolle der ehemalige Staatsmonopolist "damit in neue Geschäftsfelder vorstoßen und die stetige Umsatzerosion im angestammten Telefongeschäft wettmachen."

Sky-Aktie: Minus 20 Prozent in zwei Wochen

In anderen Worten: Der Dax-Konzern meint es ernst. Bislang strahlt die Telekom die Bundesliga über IPTV-Angebot "Liga Total" aus, das von Constantin Sport produziert wird, aber nur 160.000 Abonnenten zählt. Entsprechend ließ die Telekom durchblicken, die TV-Rechte nicht exklusiv erwerben zu wollen, sondern als produzierte Inhalte and andere Anbieter weiterverkaufen, um eine große Abdeckung zu ermöglichen.

Hier könnte dann wieder Sky ins Spiel kommen. Doch die Perspektive eines Juniorpartners der Telekom dürfte den Münchner, die alle Bundesligaspiele seit 2000 komplett übertragen haben, gar nicht schmecken. Anleger reagierten umgehend: Die Aktie verlor im gestrigen Handel mehr als sechs Prozent an Wert. Seit Mitte März, als die Absichten der Telekom offenkundiger wurden, hat die Aktie mehr als 20 Prozent an Wert eingebüßt.

17. April: Endspiel Sky vs. Telekom

"Die Telekom schafft jetzt Fakten, das ist negativ für Sky", erklärte ein Händler gegenüber Reuters die Abschläge. Die Ausgangslage in den Wochen der Wahrheit ist denkbar ungünstig: Als Inhalte-Abnehmer der Telekom ist Sky der Exklusivität seines Kerngeschäfts beraubt und von den Konditionen des Dax-Riesen abhängig. Und setzt sich der Münchner Pay TV-Sender doch gegen die Telekom durch, dürfte es in jedem Fall teuer werden – zumindest teurer als noch vor Monaten gedacht.

In der Bundesliga kommt es am 11. April zum Tod-oder-Gladiolen-Gipfel, wenn sich Borussia Dortmund und der FC Bayern im vorgezogenen Endspiel duellieren. Nur sechs Tage später folgt dann der Showdown zwischen Sky und der Telekom: Die Vergabe der Bundesligarechte für gleich vier Spielzeiten ab 2013 wird dann bekannt gegeben.

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