Die besten Medien-Aprilscherze 2012

Publishing Da der 1. April in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, nutzte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die seltene Gelegenheit und packte gleich die ganze Seite 1 mit Aprilscherzen voll, u.a. dass die Milchstraße in Schmidtstraße umbenannt wird. Der Tagesspiegel stellte Apple-Fans eine überaus praktische Anti-Hundekot-App in Aussicht. Die israelische Armee zog wegen dem 1. April beinahe aus Versehen in den Krieg. Und bei Google wurden gleich über ein dutzend April-Witze gemacht.

Werbeanzeige

Was dabei herauskommt, wenn kluge Köpfe Witze machen, konnten Leser der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) am 1. April begutachten. Fast die ganze erste Seite der FAS war mit mehr oder weniger lustigen Aprilscherzen reichlich gefüllt. Aufmacher war die bedingt Zwerchfell erschütternde Geschichte, dass die Milchstraße zu Ehren von Altkanzler Helmut Schmidt in Schmidtstraße umbenannt würde. Schon lustiger war die Idee, den Finanz-Unternehmer und neuerdings Buchautor Carsten Maschmeyer für die FDP bei der nächsten Bundestagswahl kandidieren zu lassen.

Origineller war der Berliner Tagesspiegel. Eine neue Handy-App der Berliner Stadtreinigung (BSR) würde mit modernen Methoden das Problem der Hundekotmassen in der Hauptstadt aufgreifen. Hat der Vierbeiner sein unseliges Geschäft verrichtet, könne man mit Hilfe der App einen “Kotalarm” auslösen und die Stadtreinigung informieren. Die BSR eile dann, GPS sei Dank, herbei, um das Häuflein zu entfernen. Der Service koste den verantwortungsbewussten Hundehalter 7,99 Euro pro Monat. Nicht schlecht, der Witz!

Und wenn man dann vom Gassigang zurück zu Hause ist, darf der liebe Hund gleich vor den Fernseher und Wow Wow TV gucken. Das ist der neue digitale Hundesender der ARD, ehemals bekannt als Eins Festival. Ein irrer Gag der Öffentlich-Rechtlichen und in Bezug auf die potenzielle Reichweite der digitalen Spartenkanäle vielleicht sogar eine Überlegung nicht nur am 1. April wert.

Ansonsten pflegte die ARD den politischen Witz und verkündete via Tagesschau.de, eine Spendengala für die notleidende FDP auszurichten: “Die große Freie Demokratische Party” – moderiert von Florian Silbereisen. Der FDP bleibt auch am 1. April wirklich gar nichts erspart. Die Hauptausgabe der “Tagesschau” um 20 Uhr blieb dafür, wie es sich gehört, scherzfreie Zone.

Um die Rundfunkgebühren sorgte sich das Online-Magazin Telepolis mit einer schönen Idee: Die GEZ solle von Ostdeutschen nun rückwirkend Gebühren für Westfilme eintreiben, die vor 1990 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR empfangen worden sind. Dieser April-Scherz ist auch darum zu loben, weil in dem Text das schöne und leider in Vergessenheit geratene Wort “Ochsenkopfantennen” fällt.

Die Süddeutsche hat eine April-Räuberpistole gestrickt, laut der das dänische Königshaus die Tauffeier für “Lille Prinsesse” abgesagt hat, da ein dänisch-amerikanisches Forscherteam herausgefunden haben will, dass Tomaten (!) hoch aggressiv machen. Der Zusammenhang? Ist doch klar: Bei der Taufparty der Dänen-Könige hätte es eine leckere Tomaten-Mozzarella-Platte geben sollen. Aber das Dänen-Prinzesschen soll als total unaggressives Kind aufwachsen. Darum haben die Dänen wegen dem Aggro-Gemüse auf dem Buffet, die Party gestrichen. Auf sowas muss man erst mal kommen.

Handfester und im Dutzend billiger (hier eine Auflistung aller Google-Aprilscherze) sind da schon die bewährten April-Witze von unserem freundlichen Suchmaschinen-Monopolisten Google. Die Amis überschlagen sich mal wieder und haben die aufwändig produzierten Aprilscherze gleich dutzendfach rausgehauen. Uns haben am besten gefallen: Die Idee, dass YouTube-Videos als DVDs per Post nach Hause geschickt und Kommentare per Post abgegeben werden können (“First!”).
###YOUTUBEVIDEO###
Sowie “Google Street Roo”: Kängurus werden mit Google-Kameras ausgestattet und hüpfen das australische Outback ab. Dieser Witz gefällt vor allem wegen dem lustigen Känguru mit Kamera auf dem Kopf.

Die Konkurrenz vom Microsoft stinkt in Sachen Aprilscherze dagegen ziemlich ab. Per Pressemitteilung wurde ein Update des Windows-Phone für Linkshänder angekündigt. Naja. Da haben wir schon mehr gelacht. Einen Clown verschluckt am 1. April hat auch Virgin-Gründer Richard Branson. Nachdem Regisseur James Cameron (in echt) auf den tiefsten Grund des Meeres getaucht war, kündigt Branson auf der Website Virgin Volcanic an, mit einem bemannten Bohrer zum Mittelpunkt der Erde reisen zu wollen. Obwohl… vielleicht ist das ja gar kein Witz …

Dass ein Aprilscherz auch ernste Folgen haben kann, musste man bei der israelischen Armee lernen. Drei israelische Kriegsschiffe in Haifa bekamen den Befehl, kurzfristig zu einem Manöver vor der italienischen Küste auszulaufen. Das Manöver wurde dann aber abgeblasen, der Marine-Chef habe nur einen Aprilscherz machen wollen. Es waren bereits Treibstoff und Proviant an Bord, Angehörige waren benachrichtigt worden. Kurz vor dem Auslaufen hieß es dann: “April, April.” Die Begeisterung der Marine-Soldaten soll sich in gewissen, eng gesteckten Grenzen gehalten haben.

Das war es für dieses Jahr mit unserem 1.-April-Überblick. Und, ach ja, keine Angst: Sollten Sie irgendwann mal vielleicht irgendeinen Presserabatt in Anspruch genommen haben oder mit dem Lappen umsonst in den Zoo geschlichen sein- Sie müssen das nicht zurückzahlen!

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige