Presserabatte sollen zurückgezahlt werden

Fernsehen Verleger gegen Schnäppchenjäger in eigenen Reihen: Nachdem bereits einige Großkonzerne (Air Berlin, Bahn, Telekom) Vergünstigungen für Journalisten abgeschafft haben, gehen nun die Presse-Verbände in die Offensive. In einer konzertierten Aktion haben die im VDZ zusammengeschlossenen Zeitschriftenverlage sowie die beim BDZV organisierten Tageszeitungen beschlossen, dass alle Redakteure die in den vergangenen fünf Jahren erhaltenen Presserabatte zurückzahlen sollen.

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"Wir wollen damit ein Zeichen setzen", heißt es in einer gemeinsamen Verlautbarung, die an diesem Sonntag veröffentlicht wurde, "und Schaden vom zuletzt oft kritisierten Berufsstand abwenden." Für die Angestellten Redakteure kann dies im Einzelfall eine hohe finanzielle Belastungen bedeuten, denn die Rückführung der Rabattbeträge könnte diese vor erhebliche Probleme stellen.

Offen ist noch, ob die Rückzahlung für alle Beschäftigten obligatorisch sein wird. Man werde, hieß es aus Verhandlungskreisen, "mehr als sanften Druck" auf die Mitarbeiter ausüben. Im Raum stehen offenbar u.a. Beförderungsstopps sowie die Kürzung außertariflicher Zulagen für Rückzahlungs-Verweigerer. Bereits am 15. April sollen an alle Angestellten der mehr als 100 Medienhäuser Schreiben verschickt werden, in denen diese zur Offenlegung ihrer in den letzten Jahren erhaltenen Preisnachlässe aufgefordert werden. Die eingesparten Summen sollen laut Beschluss von VDZ und BDZV auf ein Treuhandkonto eingezahlt werden und später zur Förderung des journalistischen Nachwuchses und der Frauenquote in den Medien eingesetzt werden.
VDZ-Präsident Hubert Burda begrüßt die Initiative in der Erklärung: "Dies ist ein wichtiger Schritt, um die in unserer Branche stets gebetsmühlenartig geforderte Transparenz endlich auch mit Leben zu füllen. Ich bin dafür." Der Münchner Verleger betonte zugleich, dass er in seiner gesamten Laufbahn noch nie einen Presserabatt in Anspruch genommen habe. Mathias Döpfner, Vorstandschef der Axel Springer AG erklärte: "In unserem Hause wissen die Redakteure noch nicht einmal, wie man Presserabatt buchstabiert. Mit unserem moralisch und pressethisch lupenreinen Code of Conduct sind wir bei der Axel Springer AG sowieso längst weltweit führend in der Branchen."
Laut VDZ sollen Bahn und Telekom sofort zugesagt haben, die Verlage bei der Jagd nach den Schnäppchen-Journalisten pro-aktiv zu unterstützen. Die Telekom hat bereits ihre Zustimmung signalisiert, sämtliche rabattierten Presseverträge der vergangenen fünf Jahr, inklusive Handy-Verbindungen, zugänglich zu machen. Datenschutzrechtliche Bedenken gebe es da "überhaupt nicht", so ein Telekom-Sprecher auf Nachfrage von MEEDIA .

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