Die stärksten Homepages der News-Anbieter

Publishing Zahlreiche Nachrichten-Angebote pushen ihre IVW- und AGOF-Zahlen mit fremden Websites, die sie einfach mitzählen lassen. Doch wie erfolgreich sind die eigentlichen Kernangebote? Ein spannendes Indiz zur Beantwortung dieser Frage ist die IVW-Kategorie Homepage, denn hier werden ausschließlich PIs der namensgebenden Angebote gezählt - ohne Fremd-Websites. MEEDIA hat die Zahlen ausgewertet: Bild.de, SpOn, die Hamburger Morgenpost, n-tv.de und Express.de sind hier besonders stark.

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Vor Kurzem berichteten wir darüber, wie Nachrichten-Angebote  mit Fremd-Websites ihre IVW- und AGOF-Zahlen schönen. Diese legalen Tricks führen im Extremfall dazu, dass die namensgebende Nachrichten-Website nur einen geringen Teil des ausgewiesenen IVW-Traffics erzeugt. Darüber, wie groß der Traffic-Anteil des eigentlichen Kern-Angebots ist, lässt sich derzeit nur spekulieren. Ein spannendes Indiz dafür ist aber die IVW-Kategorie Homepage. Hier zeigt sich sehr anschaulich, wie groß die Lesertreue der einzelnen Angebote ist. Denn: Sowohl fremde Websites, als auch Suchmaschinenoptimierung spielen hier keine Rolle. Mit SEO führt man die Nutzer schließlich vor allem auf Artikel- oder andere Unterseiten – und nicht unbedingt auf die Homepage.

Natürlich ist der Nicht-Homepage-Traffic nicht schlechter oder weniger wert, so führen beispielsweise auch Empfehlungen und Links bei Facebook oder Twitter meist nicht auf die Homepage, doch die Fragestellung, welche Nachrichten-Websites womöglich etwas ehrlicheren Traffic mit ihren Angeboten erzielen, lässt sich unserer Meinung nach mit dem Blick auf die Homepage-PIs recht anschaulich beantworten.

Die Analyse, für die wir die IVW-Zahlen aus dem Februar 2012 herangezogen haben zeigt, dass auch hier Bild.de und Spiegel online mit Abstand die erfolgreichsten Kontrahenten sind. So erreichte Bild.de im Februar mit der Homepage mehr als 808 Mio. Seitenabrufe, SpOn kam auf mehr als 251 Mio. Bild.de erzielte damit 3,8 mal so viele Homepage-PIs wie Visits. Besucher von Springers Boulevard-Website haben pro Visit also im Durchschnitt 3,8 mal die Homepage angeklickt, beispielsweise indem sie zwischen Homepage und Artikelseiten hin- und hergesprungen sind. Ein solch hohes Verhältnis zwischen Homepage-PIs und Gesamt-Visits spricht für eine große Lesertreue.

Ebenfalls klar über einem Home-PI/Visits-Verhältnis von 100% liegen unter den größten Konkurrenten die Hamburger Morgenpost (145,5%), n-tv.de (134,3%) und Express Online (133,9%). n-tv.de liegt mit 43,76 Mio. Homepage-PIs sogar auf Platz 3 hinter Bild und Spiegel, also im Gegensatz zum Visits-Ranking vor Focus, Welt und Süddeutsche. Vor allem Focus und Welt gehören mit einem Verhältnis von 66,3% bzw. 64,9% zu den Verlierern in dieser Statistik. Bei Focus Online dürften hier tatsächlich die Fremd-Websites eine Rolle spielen, die bei den Visits, nicht aber bei den Homepage-PIs mitgezählt werden, bei Welt Online könnten neben Fremd-Websites auch die gute Suchmaschinenoptimierung relevant für dieses Ergebnis sein.

Über der 100%-Marke landen auf den Top-25-Plätzen nach Homepage-PIs zudem FAZ.net, Handelsblatt.com, die Financial Times Deutschland, der Kölner Stadt-Anzeiger und das Duo Stuttgarter Zeitung & Stuttgarter Nachrichten. Am schlechtesten schneiden hingegen das Hamburger Abendblatt und DerWesten ab. Das Abendblatt erreicht mit Homepage-Abrufen gerade mal 30,9% der Gesamt-Visits, DerWesten kommt auf ein Verhältnis von 44,5%. Beim Abendblatt dürfte vor allem SEO eine Rolle spielen, denn relevante Fremd-Websites werden hier kaum mitgezählt. DerWesten lässt zwar die Website der Sport-Zeitung Reviersport mitzählen, doch alleiniger Grund für das schwache Homepage-Ergebnis wird diese Tatsache nicht sein. Möglicherweise haben viele Leser sich hier die Startseite ihrer Stadt, also beispielsweise derwesten.de/staedte/essen/ gebookmarkt und steuern sie direkt an. Folge: Mit nicht einmal 5 Mio. Homepage-PIs liegt DerWesten in dieser Wertung nicht nur hinter den NRW-Konkurrenten Express Online und RP Online, sondern sogar noch hinter dem Kölner Stadt-Anzeiger.

In der zweiten Hälfte der Homepage-Top-50 finden sich Angebote, die sogar noch schwächere Werte als das Hamburger Abendblatt erreichen: Abendblatt-Bruder Berliner Morgenpost mit einem HP-PI/Visit-Verhältnis von 26,3%, das manager magazin mit einem von 25,1% und N24 Online mit einem von 15,5%. Bei N24 spielt die entscheidende Rolle für dieses Ergebnis natürlich die Wissens-Community wer-weiss-was. Wie schon im eingangs erwähnten Artikel beschrieben, erreicht sie einen deutlich größeren Traffic als das namensgebende N24.de – ein Verhältnis von 15,5% ist also keine große Überraschung.

Das manager magazin pusht seine Zahlen seit geraumer Zeit durch eine Kooperation mit der Schwester Spiegel Online. Das SpOn-Karriere-Ressort wird bei der IVW nämlich nicht zu Spiegel Online gezählt, sondern zum manager magazin. Damit hat man sich bei den Visits weit nach vorn katapultiert, bei den Homepage-PIs landet man hingegen nur auf Platz 31. Die Berliner Morgenpost wiederum dürfte wie das Abendblatt von der starken Google-Optimierung profitieren, zudem von einigen mitgezählten Fremd-Websites. Bei den Homepage-PIs spielen beide Faktoren keine Rolle, sodass die Morgenpost in dieser Wertung im Gegensatz zu den Visits weit hinter dem lokalen Konkurrenten tagesspiegel.de landet und sich sogar der B.Z. geschlagen geben muss.

Starke Homepage-Zahlen von mehr als 100% der Visits erreichen auf den Rängen 26 bis 50 hingegen suedkurier.de, General-Anzeiger Online und die Braunschweiger Zeitung. Abseits der Top 50 gelang das noch einigen weiteren Ablegern von Regionalzeitungen, u.a. den Kieler Nachrichten, der Pforzheimer Zeitung, der Rhein-Neckar-Zeitung und der Rheinpfalz – auch sie haben offenbar also recht treue Leser. Im Gegensatz zum Visit-Ranking nicht in der Top 50 vertreten ist hingegen u.a. News.de, das bei 2,67 Mio. Visits nur ganze 398.995 Homepage-PIs erreicht.

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