Springer verurteilt: „unlautere Abowerbung“

Publishing Das Landgericht Berlin hat die Axel Springer AG wegen "unlauterer Abowerbung" verurteilt, meldet die Verbraucherzentrale Hamburg. Nach der Beschwerde einer Verbraucherin, die nach der Kündigung einer Abo-Zeitschrift einen Rückruf leisten sollte und dabei dazu bewegt werden sollte, die Kündigung rückgängig zu machen, reichten die Verbraucherschützer Klage ein. Auf MEEDIA-Nachfrage bedauert Springer den Vorfall und spricht von einem "Einzelfall". Das Urteil werde man akzeptieren.

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Die Leserin hatte ihr Abonnement der Zeitschrift Funkuhr gekündigt und daraufhin ein Schreiben der Axel Springer AG erhalten: "Bei der Bearbeitung des Vorgangs ist nun allerdings noch eine Frage aufgetreten. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich möglichst schnell mit uns in Verbindung zu setzen." Ihr Mann rief also an und die Vertriebsmitarbeiterin versuchte ihn mit Nachdruck von der Kündigung abzubringen.
Zunächst mahnte die Verbraucherzentrale die Axel Springer AG im Herbst 2011 ab. Nachdem sich das "Verlagshaus weigerte, eine Unterlassungserklärung abzugeben", zog die Verbrraucherzentrale Hamburg (VZHH) vor Gericht. "Hält sich der Medienkonzern nicht an das Urteil des Landgerichts Berlin, kann das Gericht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro festsetzen", heißt es von Seiten der Verbraucherschützer.
"Wir bedauern, dass eine Abonnentin sich durch unseren Kundenservice belästigt gefühlt hat und nicht wie angekündigt zu der Abwicklung des Abonnements befragt, sondern ihr nur ein neues Angebot unterbreitet wurde," so ein Sprecher des Verlages gegenüber MEEDIA. Es handle sich aber um einen Einzelfallfehler seitens eines Call Center Agenten. "Da uns die Anrufdokumentation nicht mehr möglich war, haben wir ein Anerkenntnisurteil akzeptiert."
Gleichzeitig habe das Unternehmen im "Sinne größtmöglicher Kundenorientierung" die "internen Prozesse noch einmal kritisch überprüft, so dass nicht noch einmal der fälschliche Eindruck entsteht, dass wir mit unlauteren Mitteln arbeiten." Die Kunden könnten sicher sein, dass bei einem Rückrufgesuch auch tatsächlich Klärungsbedarf bestehe.
Einen ähnlichen Fall gab es bereits im April 2011. Damals erwirkte die VZHH eine einstweilige Verfügung gegen die Bauer Vertriebs KG. Nutzer hatten von dem Vertriebsunternehmen eine persönlich an sie adressierte Postkarte erhalten – mit der Bitte um einen Anruf. "Wir halten eine Warensendung für Sie bereit. Die Sendung wird 7 Tage für Sie aufbewahrt. Bitte rufen Sie uns schnell an. Ihr Anruf ist kostenlos."

Die Karte ähnelte laut der Verbraucherzentrale in ihrer äußeren Gestaltung deutlich den üblicherweise von Zustellungsunternehmen verwendeten Karten. Riefen die Empfänger zurück, so wurde ihnen unter anderem der Abschluss eines Zeitschriftenabos angedient.

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