Sat.1 setzt „Die Harald Schmidt Show“ ab

Fernsehen Überraschung aus Unterföhring: Sat.1 beendet Anfang Mai "Die Harald Schmidt Show". Nach miserablen Quoten ohne Aufwärts-Tendenz lässt der Sender der Late-Night-Show keine Chance mehr. Offenbar haben sich Sender und Schmidts Produktionsfirma nicht über eine Fortsetzung einigen können. Schmidts Reaktion: "Schade." Ursprünglich sollte am 3. Mai die letzte Ausgabe der Sendung vor der Sommerpause laufen, nun wird sie das Finale. Für Harald Schmidt dürfte das das Ende seiner Late-Night-Karriere sein.

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Schmidt-Produzent Fred Kogel wird in der Sat.1-Pressemitteilung recht deutloich zitiert: "Die Sendungen waren gut, die Quoten waren es insgesamt noch nicht. Eine tägliche Late Night Show braucht entsprechende Rahmenbedingungen und vor allem Zeit. Wenn man darüber keine Einigung erzielen kann, hört man besser auf." Sat.1-Chef Joachim Kosack fügt hinzu: "Harald Schmidt ist für mich persönlich Late Night der Extraklasse. Doch auch die Erhöhung der wöchentlichen Frequenz auf drei Ausgaben hat die Fangemeinde leider nicht ausreichend erweitern können. Ich danke Harald Schmidt und seinem gesamten Team herzlich für viele wunderbare Sendungen."

Für den Sender ist das Aus der "Harald Schmidt Show" eine weitere bittere Niederlage. Nachdem schon das Magazin des Ex-ZDF-Mannes Johannes B. Kerner frühzeitig beendet wurde, scheiterte der Versuch, die alten Late-Night-Zeiten mit dem Transfer von Harald Schmidt wiederzubeleben nun auf sehr bittere Art. Für Schmidt dürfte das Aus Anfang Mai mindestens das Ende seiner Late-Night-Karriere sein, womöglich sogar das seiner TV-Karriere. Für ihn wird es nach dem unrühmlichen Ende seiner ARD-Ära und dem misslungenen Comeback-Versuch bei Sat.1 jedenfalls extrem schwer, eine neue regelmäßige Sendung zu bekommen.

Quotenmäßig konnte Schmidt bei seinem Comeback-Versuch nur zweimal wirklich überzeugen: Mit den beiden ersten Sendungen am 13. und 14. September. Damals sahen 0,84 Mio. bzw. 0,94 Mio. 14- bis 49-Jährige zu – tolle Marktanteile von 14,3% und 16,1%. Danach waren allerdings einstellige Marktanteile an der Tagesordnung. Insgesamt kamen die 63 seit September ausgestrahlten Ausgaben in der werberelevanten Zielgruppe auf einen Durchschnitt von indiskutablen 7,1%, im Gesamtpublikum erreichten sie mit 730.000 Zuschauern pro Show gar nur 5,5%. Zudem war auch keine positive Tendenz erkannbar, im März gab es bisher 7,0%, bzw. 5,4%.

Sat.1 entledigt sich mit dem Schmidt-Aus zwar eines Quotenflops, allerdings auch eines Aushängeschildes. Wenn im Sommer auch noch die Champions League zum ZDF wechselt, wird es der Sender noch schwerer als bisher haben, sich ein klares Image zu geben. Will er mit mehr Doku-Soaps und Scripted-Reality-Trash nicht nur als billige RTL-Kopie existieren, muss Senderchef Kosack spätestens im Herbst mit einer Reihe von neuen, möglichst spektakulären Formaten punkten.

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