Kündigungswelle bei Finanzportal TheStreet

Krise in Börsen-Boomzeiten: TheStreet.com, eines der reichweitenstärksten Finanzportale der USA, steht offenbar vor einer harten Kündigungswelle. Das berichtet der aufstrebende Konkurrent Business Insider aus Unternehmenskreisen. Das von der Wall-Street-Ikone James Cramer gegründete TheStreet.com gilt als einer der Pioniere der verlagsunabhängigen Finanzportale. Das börsengelistete Unternehmen hat es trotz zahlreicher Premium-Angebote indes nicht vermocht, in die schwarzen Zahlen zu kommen.

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Krise in Börsen-Boomzeiten: TheStreet.com, eines der reichweitenstärksten Finanzportale der USA, steht offenbar vor einer harten Kündigungswelle. Das berichtet der aufstrebende Konkurrent Business Insider aus Unternehmenskreisen. Das von der Wall-Street-Ikone James Cramer gegründete TheStreet.com gilt als einer der Pioniere der verlagsunabhängigen Finanzportale. Das börsengelistete Unternehmen hat es trotz zahlreicher Premium-Angebote indes nicht vermocht, in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Der Scoop entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Das vom früheren Internetaktienanalysten Henry Blodget gegründete Tech- und Finanzportal Business Insider vermeldet exklusiv eine harte Restrukturierungswelle beim Konkurrenten TheStreet.com, das vom frühen Hedgefondsmanager James Cramer 1996 aus der Taufe gehoben wurde.
Cramer ist als CNBC-Moderator der Prime Time-Sendung "Mad Money" heute so etwas wie Popstar der Wall Street. Seine einstündige Kommentierung des Marktgeschehens ist mehr Show als ernste Analyse, doch Cramer vermittelt sein Börsenverständnis so eloquent wie kaum ein Zweiter. 
1.0-Finanzportale: Marketwatch schaffte den Exit
Ärgerlich nur, dass Cramer damit immer noch nicht genug Leser erreicht – zumindest nicht, um TheStreet.com und seine Tochterangebote profitabel zu halten. Obwohl nicht bei TheStreet.com angestellt, befüllt Cramer die Angebote täglich mit zahlreichen Analysen und Blogeinträgen – und ist weiter uneingeschränktes Zugpferd des Angebots. 
In der Web 1.0-Ära Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts galt TheStreet mit Marketwatch lange Zeit als Vorbild des neuen Finanzjournalismus, der Online und und damit in Echtzeit stattfand. Marketwatch wurde schließlich 2005 für mehr als eine halbe Milliarde Dollar vom Dow Jones Verlag verkauft, der später von Rupert Murdoch übernommen wurde; TheStreet.com blieb unabhängig.
Das börsenlistete Internet-Unternehmen blieb allerdings auch bis zuletzt den Nachweis schuldig, dass mit Qualitätscontent Geld zu verdienen ist. Im vergangenen Geschäftsjahr musste TheStreet.com, das im wesentlichen Geld durch die kostenpflichtigen Tochterangebote RealMoney.com und RealMoneyPro verdient, bei Umsätzen von 57 Millionen Dollar 8,5 Millionen verkraften.  
"Leichter, die Leute zu zählen, die noch bleiben, als die, die gehen müssen"
Unlängst wurden der Chefredakteur ausgetauscht und Elisabeth DeMarse zur neuen Vorstandschefin berufen, die nun offenbar zeitnah zum Quartalsende auf die Kostenbremse drückt. "Es leichter, die Leute zu zählen, die noch bleiben, als die, die gehen müssen", zitiert der Business Insider aus Unternehmen. 
Bei Henry Blodgets Blog-Konglomerat geht es unterdessen in die andere Richtung: Der Business Insider, neben TechCrunch und Mashable eines der Aushänge-Schilder der schnelllebigen Social Media-Ära, konnte erst im September eine neue Finanzierungsrunde über 7 Millionen Dollar verkünden. Seitdem wird kräftig eingestellt. Vielleicht auch bald von TheStreet.com.

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