Die falschen Web-Freunde der CDU in NRW

Publishing Auf einer Facebook-Seite mit dem Namen “Weniger Kraft” ist eine plump diffamierende Kampagne gegen die amtierende SPD-Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft, aufgetaucht. Die CDU will mit der Web-Kampagne zu den anstehenden Neuwahlen in NRW nichts zu tun haben. Offenbar steckt eine Werbeagentur dahinter, die auf eigene Rechnung Guerilla-Marketing für CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen betreibt. Und ihm damit einen Bärendienst erweist.

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Die Fotos auf der Facebook-Seite “Weniger Kraft”, die wie Wahl-Plakate gestaltet sind, zeigen u.a. ein Stinktier mit dem Slogan “AbwehrKraft”. Oder ein Foto von Hannelore Kraft, in deren Kopf leere Luftblasen montiert wurden. Dazu der Spruch: “Ohne Köpfchen leibt nur die Kraft”. Andere Motive zeigen Bilder von Hannelore Kraft und CDU-Mann Norbert Röttgen. Dazu den Spruch: “Sie heißt Kraft. Und er hat Köpfchen.” In typischem CDU-Orange steht darunter jeweils die Zeile “Besser Röttgen”. Was auf den ersten Blick wirkt, wie eine geschmacklose CDU-Kampagne, ist offenbar gar keine.

Nachdem das Blog Ruhrbarone erstmals über die Seite “Weniger Kraft” berichtet hatte (hier ein weiterer Bericht dazu aus dem Pottblog), meldete sich dort in den Kommentaren unter dem Kürzel “fj” jemand zu Wort, der von sich behauptet, Franz-Josef Gemein von der Werbeagentur Friedsam & Gemein zu sein. Zitat aus dem Kommentar: “Hier haben sich ein paar Kreative gefunden, die die Politik der Ministerpräsidentin auf’s Korn nehmen. Das ist des Bürgers Recht. Auch Sie nehmen das ja wahr. Ob Sie die Positionen und Bilder teilen oder nicht, das ist Ihre Sache. So wie es die unsere ist, sie zu veröffentlichen.”

Tatsächlich weist die Facebook-Seite “Weniger Kraft” die Agentur Friedsam & Gemein mit Sitz in Sinzig im Impressum als Urheber aus. Unterdessen betonen Vertreter der NRW-CDU in Kommentaren und via Twitter, dass die Partei mit der “Weniger Kraft”-Kampagne nichts zu tun hat. Aber wie das so ist… ist erstmal ein Gerücht in der Welt, ist es nicht leicht wieder einzufangen. So brachte die Berliner Morgenpost bereits einen Artikel, der die Kampagne der CDU anheftete.

Und Blogger Thomas Knüwer spekuliert, dass hier vielleicht der Stil schmutziger US-Wahlkämpfe kopiert werden soll. “Für die Drecksarbeit wird jemand außerhalb der Partei losgeschickt – und dann wäscht man sich die Hände in Unschuld.” Aber egal, wer letztlich die Idee zu “Weniger Kraft” hatte – die CDU oder ihre „falschen Freunde“ in einer Agentur. Einen Dienst hat man dem CDU-Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen damit garantiert nicht erwiesen. Wer solche Freunde im Web hat, der braucht keine Feinde mehr.

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