Weiter Zoff um Computer-Bild-Auslagerung

Publishing Bei der Axel Springer AG gibt es dicke Luft. Die Computer-Bild-Gruppe soll neu strukturiert werden. Dabei sollen die Redaktionen der Zeitschriften von der AG in die Computer Bild Digital GmbH ausgelagert und mit Online zusammengelegt werden. Die Print-Belegschaft stellt sich mit Hilfe den Gewerkschaften DJV und Verdi massiv dagegen. Man fürchtet Arbeitsplatzabbau und schlechtere Bedingungen. Am Dienstag wurden Protest-Flugblätter der Gewerkschaften vor dem Verlag verteilt.

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“Wir sind Springer – wie lange noch?” steht auf dem Flugblatt, das von den beiden Journalisten-Gewerkschaften DJV (Deutscher Journalisten Verband) und Verdi gezeichnet ist. In dem Flugblatt wird darauf hingewiesen, dass die Computer Bild Digital GmbH, anders als die Axel Springer AG, keine Tarifbindung hat, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Arbeitsverträge mit dem Wechsel verschlechtern, dass Arbeitsplätze verloren gehen könnten.

Außerdem heißt es auf dem Flugblatt: “Der Betriebsrat hat der Geschäftsleitung in einer ersten Verhandlungsrunde konstruktive Vorschläge unterbreitet, die den Bestandsschutz für die Beschäftigten der CoBi-Gruppe sicher stellen, ohne zusätzliche Kosten für die AG auszulösen. Die Geschäftsleitung hat sich über diese Vorschläge hinweggesetzt. Die Mitglieder von DJV und Verdi werden noch in dieser Woche über die notwendigen tarifpolitischen Schritte beraten.”

Die Stimmungslage zwischen der Computer-Bild-Redaktion und der Führungsetage bei Springer scheint verfahren. Die Print-Redaktionen haben bereits zwei Briefe an Vorstandschef Mathias Döpfner geschickt. Im zweiten Schreiben heißt es, dass der für Computer Bild zuständige Vorstand Andreas Wiele bereits “Kündigungen in Aussicht gestellt” habe. Bei der Bekanntgabe der Umstrukturierungsmaßnahmen hieß es dagegen bei Springer, dass es keine Kündigungen gebe. Auch Döpfner weist diese Darstellung zurück.

Vorstandschef Döpfner hat den aufgebrachten Redakteuren seinerseits in einem langen Schreiben geantwortet. “Die Umsatzrückgänge gegenüber den Vorjahren sind dramatisch. Wenn wir nicht handeln, ist absehbar, dass die Computer-Titel sämtlich in die Verlustzone rutschen bzw. dort dauerhaft verbleiben”, so der Springer-Chef. Zwar würden die Aufgaben der Redakteure nicht im Controlling liegen, aber: “Zugleich sind Sie doch aber unsere Experten für digitale Themen und Trends, und daher müssten die strukturellen Herausforderungen, vor denen Computer-Zeitschriften stehen, für Sie besonders gut nachvollziehbar sein.”

Die Fusion von Print und Online in der neuen Gesellschaft ist laut Döpfner “die einzige Option zur Zukunftssicherung der Computer-Titel, die wirtschaftlich und publizistisch Erfolg verspricht.” Ein Mitarbeiter der Redaktion sagte zu dem aktuellen Streit: “Das riecht für mich alles nach Arbeitskampfmaßnahmen.” Der Zoff um die Fusion von Print und Online bei der Computer Bild wird wohl weitergehen.

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