Apple: Wall Street verteidigt iPad-Launch

Es schien nicht genug zu sein: Eine bessere Kamera, eine schärfere Auflösung, ein schnellerer Prozessor – aber derselbe Look, dasselbe Design und immer noch kein Siri. Blogger und Tech-Experten zeigten sich von der Vorstellung der dritten iPad-Generation ziemlich enttäuscht. Die Wall Street hält jedoch dagegen und erhöht reihenweise die Kursziele. Mit Wirkung: Nach einem scharfen Einbruch vor und während der Keynote setzt die Apple-Aktie ihren Höhenflug fort.

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Es schien nicht genug zu sein: Eine bessere Kamera, eine schärfere Auflösung, ein schnellerer Prozessor – aber derselbe Look, dasselbe Design und immer noch kein Siri. Blogger und Tech-Experten zeigten sich von der Vorstellung der dritten iPad-Generation ziemlich enttäuscht. Die Wall Street hält jedoch dagegen und erhöht reihenweise die Kursziele. Mit Wirkung: Nach einem scharfen Einbruch vor und während der Keynote setzt die Apple-Aktie ihren Höhenflug fort.
Es ist der 4S-Effekt: Apple hat bei der Vorstellung seines neuen iPads auf den ersten Blick wenig Innovatives vorgestellt. Wie schon das jüngste iPhone-Modell, das nur als kleines Upgrade zum Vorgänger-Modell daherkam, spielen sich die Neurungen bei der dritten Generation des Tablet-Macs unter der Oberfläche ab: Die Kamera ist besser, die Auflösung auf dem Retina-Display schärfer und die Nutzung eines neuen Prozessors allgemein schneller geworden – doch das iPad sieht immer noch aus wie das Vorgängermodell, und heißt sogar wie die erste Version: iPad.

Nun ja  – die Erwartungen waren dann doch höher. "Der iPad3-Launch ist furchtbar langweilig", zog Salesforce-CEO Marc Benioff via Twitter vom Leder. "Steve, ich vermisse Dich wahnsinnig", twitterte Benioff in Abspielung auf die legendären Keynotes des Apple-Gründers Steve Jobs, der im vergangenen Oktober verstorben war.

Enttäuschung? Banken stufen Apple-Aktie hoch

Damit war Benioff nicht allein. Auch der renommierte Vermögensverwalter Doug Kass sah die Apple-Keynote unter den Erwartungen. "Die Abwesenheit  von Siri in der iPad-Keynote ist eine Enttäuschung. Es könnten einfach zu wenig Innovationen für den Endkunden sein, um der Aktie Aufwärtspotenzial zu geben", befand Kass.

Doch dafür sorgte die Wall Street. Mit Goldman Sachs, FBN Securities und Think Equity stuften gleich drei Banken die Apple-Aktie hoch. Goldman Sachs, eine der Top-Adresse der Wall Street, hob das Kursziel etwa von 600 auf 660 Dollar an.

"Tim Cook ist nicht Steve Jobs, aber wer ist das schon?"

Der unabhängige Vermögensverwalter Eric Jackson lieferte unterdessen die Begründung für das weitere Potenzial der zuletzt heiß gelaufenen Apple-Aktie: "Tim Cook hat einen großartigen Job gemacht. Er ist nicht Steve Jobs, aber wer ist das schon?"

Vielmehr gehe es um die Wachstumsmöglichkeiten, die sich Apple auch mit der Preisreduzierung des Vorgängermodells geschaffen habe. "Wir haben den Film bei der Vorstellung iPhone 4S mit der Reduzierung des 3Gs schon mal gesehen. Der günstigere Einstiegspreis für das iPad 2 wird es Android- und Microsoft-Tablets wesentlich schwerer machen, Fuß zu fassen."

Aktionäre sahen das offenbar ähnlich und schickten die Apple-Aktie gestern stärker als den breiten Markt nach oben –  um mehr als 2 Prozent auf 542 Dollar.  

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