Inkasso-Verband kritisiert ‚Die Geldeintreiber‘

Fernsehen Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) kritisiert die Kabel-Eins-Sendung "Die Geldeintreiber - gnadenlos gerecht" als "TV-Tiefpunkt". Die vom Sender als "Inkasso-Muskeltiere" bezeichneten Protagonisten gehören nach Angaben des BDIU einer Inkasso-Firma an, die laut Gerichtsbeschluss keine Inkassodienstleistungen mehr ausführen darf. Deshalb will der Branchenverband "alle in Betracht kommenden rechtlichen Schritte" gegen die Sendung prüfen.

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In der Ankündigung zur neuen Kabel-Eins-Vorabend-Sendung "Die Geldeintreiber – gnadenlos gerecht" (ab 26. März) heißt es: "Wenn Rechnungen unbezahlt bleiben und Mahnungen auf taube Ohren stoßen, dann treten sie auf den Plan: Machete, Sammy, Rechtsanwalt Heinemann und ihr Team fühlen säumigen Schuldnern auf den Zahn".
Dem BDIU liegen nach eigenen Angaben Informationen vor, dass es sich bei dem "Geldeintreiber"-Team um die Firma ITM Inkasso-Team Moskau handelt, der 2008 vom Landgericht Köln verboten wurde, jegliche Inkassodienstleistungen anzukündigen oder ausführen zu dürfen. "Gegen die Nachfolgefirma von ITM hat dasselbe Gericht 2009 (…) Ordnungsgelder in Höhe von 67.500 Euro verhängt."
Wegen "unseriöser Geschäftspraktiken" will der BDIU auch weiterhin gegen ITM vorgehen und ebenfalls "alle in Betracht kommenden rechtlichen Schritte gegen ‚Die Geldeintreiber‘ prüfen", so der Branchenverband.
"Konsequent, nachdrücklich, aber immer im Rahmen des Gesetzes", so gingen "Die Geldeintreiber" laut Kabel Eins vor. Trotzdem: "Für mich wird mit diesem Format ein neuer TV-Tiefpunkt erreicht", erklärt BDIU-Geschäftsführer Kay Uwe Berg.
Nicht nur das neue Format, sondern auch die Sendergruppe ProSiebenSat.1, zu der auch Kabel Eins gehört, kritisiert er: "Während Verbrauchermagazine wie ‚Akte‘ auf Sat1 immer wieder zu Recht vor unseriösen Geldeintreibern warnen, gibt der Schwestersender einer Truppe eine große Bühne, die Verbrauchern suggeriert, Methoden à la ‚Moskau Inkasso‘ seien hierzulande möglich."

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