SMS-Nachfolger kommt schon im Mai

Publishing Das einstige Mega-Business SMS auf Talfahrt: Immer mehr Nutzer steigen auf kostenlose Dienste wie WhatsApp oder Apples iMessage um. Die Mobilfunk-Industrie will jetzt gegensteuern und hat das RCS-e Format entwickelt, einen Multimedia-Alleskönner: Chats, Videokonferenzen und Dateiversand - alles soll über ein Programm laufen. Als erster deutscher Mobilfunk-Anbieter startet Vodafone im Mai den international als Joyn vermarkteten Dienst. Die Telekom will im Sommer nachziehen, E-Plus zunächst abwarten.

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Mit dem Format RCS-e, "Rich Communication Suite-enhanced", wollen die Mobilfunk-Anbieter den kostenlosen Multimediadiensten wie WhatsApp, Apples iMessage und dem Facebook Messanger den Kampf ansagen. Zum neuen Dienst gehören textbasierte Chats, Gespräche, Videotelefonate und der Versand von Dateien wie Fotos. Alles in einem Programm und alles übers Internet. Voraussichtlich werden die Netzbetreiber kein zusätzliche Geld mit Joyn verdienen – dafür sei die Gratis-Konkurrenz zu groß, so Gyanee Dewnarain, Analystin beim Verband der Mobilfunkanbieter GSMA. Es sei eher wahrscheinlich, dass die Anbieter den Dienst im Paket mit teureren Tarifen vermarkten, meldet die Hannoversche Allgemeine.
Die Vorteile gegenüber den kostenlosen Angeboten liegen darin, dass der Dienst direkt übers Adressbuch aufgerufen werden kann und man sich unabhängig von einer Plattform austauschen kann. Außerdem ist keine Registrierung mehr notwenig, wie es beispielweise bei WhatsApp üblich ist. Ein weiterer Pluspunkt: Die Technik soll Kommunikationspannen wegen schlechter Verbindungen von vornherein verhindern: "Joyn erkennt Bedingungen wie die Qualität der Netzverbindung des anderen Gerätes und passt sich daran an", erklärt der GSMA, der den Standard entwickelt hat. Wenn das Netz zu schwach für einen Videochat ist, wird diese Funktion erst gar nicht angezeigt.
Geplant war die Einführung des RCS-e Formats in Deutschland eigentlich erst im Sommer. Doch Vodafone prescht nun vor und startet den Dienst schon im Mai. Das erste Smartphone, auf dem der Joyn laufen soll, ist das Samsung Galaxy S II, das ebenfalls im Mai erscheinen wird.
Die Deutsche Telekom wird im Sommer nachziehen. Auch in Spanien soll ab Sommer Joyn auf dem Markt etabliert werden. Die E-Plus-Gruppe beteiligt sich dagegen nach Angaben eines Sprechers zunächst nicht und beobachtet, welche "Kundenrelevanz" das Thema entwickelt.

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