Initiative: Springer ächtet den Presserabatt

Publishing Mit einem kollektiven Verzicht auf Presserabatte setzt der Medienkonzern Axel Springer ein Signal in der Debatte um Vergünstigungen für Journalisten. Mit Hinweis auf die Wulff-Affäre hatten zuvor die Bahn sowie Air Berlin ihre Sonderkonditionen für Journalisten gestrichen. Nun gehen auch die Springer-Chefredakteure in die Offensive und bekennen sich zum - freiwilligen Verzicht - auf Goodies und Preisnachlässe. Eine entsprechende Übereinkunft hat das Medienhaus auf Anfrage von MEEDIA bestätigt.

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Hier das im Intranet von Axel Springer veröffentlichte Schreiben im Wortlaut:
"Nach breiter Diskussion und in Übereinstimmung mit ihren Redaktionen haben die Chefredakteure der Axel Springer AG vereinbart – wie bereits in einigen Redaktionen des Hauses seit mehreren Jahren praktiziert – dass ab sofort keine dem Berufsstand Journalist zu verdankenden Vergünstigungen mehr angenommen werden.Das bedeutet konkret: Die Journalistinnen und Journalisten bei Axel Springer verzichten freiwillig auf Presserabatte, die aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit – insbesondere auf Vorlage des Presseausweises– gewährt werden. Besuche von Kultur- oder Sport- Veranstaltungen und Kino- oder Theaterpremieren im redaktionellen Kontext sind hiervon ausgenommen,  sofern diese das übliche, bzw. notwendige Maß der beruflichen Tätigkeit nicht übersteigen. Nicht von der  Regelung betroffen sind außerdem Unternehmensrabatte, da es sich hierbei in erster Linie um Mengenrabatte handelt.  Informationen zum korrekten Umgang mit Geschenken und Einladungen finden sich unter anderem im Code of Conduct.
Wer zu Recht hohe ethische Maßstäbe an andere stellt, sollte auch sein eigenes Verhalten überprüfen und eine klare Haltung hinsichtlich der Annahme persönlicher Vorteile haben. Die  aktuelle Debatte hat alle noch einmal besonders sensibilisiert und viele Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen  im Haus haben gezeigt, dass im Interesse eines glaubwürdigen  und unabhängigen Journalismus ein Verzicht auf Vergünstigungen ein wichtiges Signal ist. Dieses Zeichen wollen die Redaktionen auch unabhängig davon setzen, dass Journalisten – anders als Politiker – keine Amtsträger sind, die im Umgang mit Vergünstigungen deutlich höheren rechtlichen Anforderungen genügen müssen."
Zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit bei Axel Springer hatten die Chefredakteure der  Axel Springer Redaktionen gemeinsam mit den Verlagsgeschäftsführern bereits 2003 Leitlinien entwickelt, die für Redakteure des Verlagshauses bindend sind.

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