dpa klagt: Verletzt dapd Markenrechte?

Publishing Deutschlands führende Nachrichtenagentur dpa verklagt ihren Mitbewerber dapd wegen Verletzung ihrer Marken- und Kennzeichnungsrechte. Die dpa-Gesellschafter, rund 190 deutsche Medienunternehmen, wurden über den Schritt in einem Brief informiert, aus dem die FAZ am Mittwoch zitiert. Ein dpa-Sprecher bestätigte gegenüber MEEDIA die Klage. In dem Brief werden häufige Verwechslungen als Grund für die Klage genannt. Auf Anfrage hieß es bei dapd: "Diese Klage ist absurd und peinlich".

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Den Brief an die Gesellschafter haben dpa-Geschäftsführer Michael Segbers und Chefredakteur Wolfgang Büchner unterschrieben. Sie schreiben u.a., das Kürzel dapd sei ein "bewusst gewähltes Kunstwort". Im Geschäftsverkehr mit Kunden komme es zu Verwechslungen, immer öfter sei unter Artikel die Abkürzung "dpad" zu lesen. Darum nun die Klage. Vor welchem Gericht die Klage verhandelt werden soll, ist nicht bekannt.

Wolfgang Zehrt von dapd äußerte sich gegenüber MEEDIA zu der angekündigten Klage. "Wir glauben, dass Medienkunden sehr wohl in der Lage sind, dpa und dapd zu unterscheiden." Die Marke dapd, die geschützt sei, gebe es seit zwei Jahren und sei damit bereits eingeführt. Kein Kunde habe sich bisher über eine Verwechslungsgefahr bei der Agentur beschwert. Mit der Klage habe sich die dpa "keinen Gefallen getan".

Im Umfeld der dpa verweist man auf das Ziel, die Geschäfte mit Kunden außerhalb der Medienbranche zu intensivieren. Gerade in dieser Zielgruppe sei die Verwechslungsgefahr besonders ausgeprägt. Dass die Klage erst jetzt eingereicht werde, sei ein Beleg dafür, dass die dpa den Schritt besonders gründlich geprüft habe und jetzt mit einer Fülle von Material den Vorwurf der Verletzung des Markenrechts untermauern könne.

Die Agentur dapd wurde 2010 gegründet – sie ging aus den zwei Agenturen ddp und AP Deutschland hervor. Die neue Abkürzung ist kein Akronym wie dpa, das für Deutsche Presse-Agentur steht. Die Agenturen ddp und AP waren keine direkten Konkurrenten von dpa, sie hatten sich als Komplementäranbieter positioniert. Die fusionierte dapd hingegen greift dpa seit einiger Zeit frontal als Vollagentur an. 

Zwischen beiden Agenturen kam es in der jüngsten Zeit wiederholt zu Auseinandersetzungen. Zuletzt hatte die dapd einen Auftrag des Auswärtigen Amtes gewonnen und dpa lässt die Vergabekriterien prüfen. Zuvor hatte es andere juristische Scharmützel gegeben, die von der dapd initiiert wurden.

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