Neues iPad im Test: zu scharf für die Apps

Tech Seit drei Tagen verkauft Apple das neue iPad und bricht alle Rekorde. Am ersten Verkaufswochende konnte der Konzern aus Cupertino rund drei Millionen Geräte absetzen. Auch wir haben das Gerät auf Herzen und Nieren getestet und uns die Frage gestellt: Braucht man das neue iPad tatsächlich? Was ist dran am Retina-Display? Und tut es nicht auch der Vorgänger, das iPad 2? So viel sei vorab verraten: Wer einmal das neue Tablet in der Hand hatte, will vom Vorgänger nichts mehr wissen.

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Seit drei Tagen verkauft Apple das neue iPad und bricht alle Rekorde. Am ersten Verkaufswochende konnte der Konzern aus Cupertino rund drei Millionen Geräte absetzen. Auch wir haben das Gerät auf Herzen und Nieren getestet und uns die Frage gestellt: Braucht man das neue iPad tatsächlich? Was ist dran am Retina-Display? Und tut es nicht auch der Vorgänger, das iPad 2? So viel sei vorab verraten: Wer einmal das neue Tablet in der Hand hatte, will vom Vorgänger nichts mehr wissen.

Es wurde so viel über das neue Display geschrieben. Und doch sorgt es nach der Lektüre unzähliger Artikel über die vierfache Pixeldichte für ein leises “Wow”. Das Retina-Display ist das Verkaufsargument schlechthin für das neue iPad. Die Farben sind satter und die Schrift gestochen scharf. Scharf heißt in diesem Fall: So sehr man sich auch anstrengt, wird man keinen Pixel erkennen können. Höchstens mit einer guten Lupe oder unter dem Mikroskop.

Während viele Apps, die noch nicht für die Über-HD-Auflösung optimiert wurden, unscharf wirken, zeigt das Gerät vor allem bei textlastigen Applikationen, wie etwa Flipboard oder iBooks, was in ihm steckt. Und auch beim Browsen auf Webseiten merkt man den Unterschied sofort. Es braucht kein geschultes Auge, um die höhere Pixeldichte zu erkennen. Selbst die kleinste Schrift auf News-Portalen ist auf dem neuen iPad noch problemlos lesbar, während sich beim Vorgängermodell ein Pixel an den anderen quetscht.

Was sich wie das Herumreiten auf technischen Spezifikationen liest, hat einen enormen Effekt auf die Nutzung des Geräts: Die Tatsache, dass einfach alles gestochen scharf aussieht, lässt sich am ehesten mit dem Moment vergleichen, als ich das erste Mal auf einen Fernseher mit Full-HD-Auflösung schaute.

Die zweite große Neuerung ist die verbesserte Kamera. Es handelt sich um denselben Sensor, der auch im iPhone 4 zum Einsatz kommt. Auch wenn die Technik rund zwei Jahre alt ist, sorgt sie für weitaus bessere Bilder als beim iPad 2. Während es beim Vorgängermodell bei schlechten Lichtverhältnissen rauscht wie in einem Siebziger-Jahre-B-Movie, macht die Kamera im neuen iPad einen richtig guten Job. Natürlich ist das Tablet kein Kameraersatz. Aber auf Reisen lohnt das Gerät allemal als Multifunktionstool für Touristen. Denn nun lässt sich das neue iPad nicht nur als Navigator und Reiselexikon nutzen, sondern taugt auch für solide Schnappschüsse.

Aber: Auch wenn das neue iPad fraglos über genug Ressourcen für kommende Apps verfügt, so reizt derzeit noch kein Programm diese Möglichkeiten aus. Apps wie Google Earth, Maps oder das Spiel Infinity Blade II ließen sich beim Testen ungefähr gleich fix ansteuern. Lediglich beim High-End-Prügelspiel zeigte das neue iPad etwas mehr Details. Beim Browsen hatte das aktuell Modell allerdings klar die Nase vorn. Der Vergleich von Full-HD-Inhalten auf beiden Geräten kann das iPad 2 jedoch nicht antreten. Es ist schlicht zu schwach auf der Brust. Dafür braucht es schon den neuen A5X-Chipsatz, der im neuen Apple-Tablet verbaut wurde.

Bis sich wirklich signifkant ein Geschwindigkeitsunterschied zwischen den beiden Geräte ausmachen lässt, dürften noch einige Wochen oder Monate verstreichen. Wie schon damals beim iPhone 4 sind die Entwickler nun in der Pflicht, ihre Programme an die neuen Display-Begebenheiten anzupassen. Zu welchen Problemen das Mehr an Auflösung führen kann, haben wir bereits berichtet.

Der veränderte Formfaktor: geschenkt. Die Tatsache, dass das neue iPad ein paar Gramm schwerer und einen Tick dicker ist als sein Vorgänger, mag man angesichts des Perfomanceschubs verkraften. Wir reden hier von wenigen Millimetern und einem leicht runderen Rücken. Um wirklich einen Unterschied zu merken, muss man schon kurz nacheinander beide Geräten in den Händen halten.

Nun stellt sich die Frage: Braucht man das neue iPad? Oder taugt das iPad 2 auch weiterhin? Wenn man die rund 500 Euro verschmerzen kann, wird man den Kauf des neuen Tablets keinesfalls bereuen. Noch sind die Unterschiede zwischen beiden Geräte maximal in Sachen Kamera und Displayqualitäten deutlich spürbar. Allerdings wird der Vorsprung des neuen iPads wachsen, wenn die Entwicklercommunity die neue Chancen, die die verbesserte Hardware bietet, auch tatsächlich nutzt. Bis dahin sind alle Besitzer eines iPad 2 gut beraten, das neue iPad zu meiden. Denn wer das Pixelwunder aus Cupertino einmal in seinen Händen hält, will es einfach nicht mehr hergeben.

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