Maredo vs. Scholz & Friends: Ist Tofu schwul?

Marketing So offensiv wehrte sich selten ein Unternehmen gegen eine Agentur: Direkt auf der Startseite ihrer Homepage geht die Steakhouse-Kette Maredo gegen Scholz & Friends an und wehrt sich gegen eine Kampagne "mit homophobem Inhalt" (Claim: "Tofuschwuchtel"), die im Internet kursiert und aus der kreativen Feder von S&F stammen soll. Die Motive sind bereits aus dem Jahr 2008 und waren von der Werbeagentur seinerzeit ohne Auftrag, aber mit Billigung von Maredo produziert worden.

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Den Hintergrund erklärt die Restaurant-Kette auch auf ihrer Webseite. So soll S&F Berlin im Jahr 2008 unaufgefordert an die Düsseldorfer herangetreten sein. Die Bitte: Die Werber wollen an einem kreativen Agenturwettbewerb teilnehmen und würden sich gerne mit dem Thema Maredo beschäftigen. "Es war nie beabsichtigt, die evtl. entstehenden Motive für Werbung einzusetzen, eine Beauftragung seitens Maredo ist nie erfolgt", heißt es auf der Webseite. "Im Laufe der Entwicklungsarbeit haben wir zwar einige Entwürfe der sogenannten ‚Brandeisenkampagne‘ gesehen, darunter befand sich jedoch nicht der Entwurf mit homophobem Inhalt."
Tatsächlich reichte die Agentur beim ADC-Wettbewerb ein Motiv aus der Kampagne ein und gewann damit Silber. Auf dem Bild ist ein Stück Fleisch zu sehen, auf dem der Text "Wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch?" eingebrannt ist.

Vom ADC prämiertes Kampagnen-Motiv von Scholz & Friends

Das Motiv, um das es jetzt geht, folgt dem selben Muster. Nur dass sich der Text diesmal mit "Tofu-Schwuchtel-Fleisch" beschäftigt. Im Web kursiert eine englischsprachige Anzeige mit dem Schriftzug "Tofu is Gay Meat".
Von diesem weitern Motiv wusste man offenbar in Düsseldorf nichts. Denn jetzt heißt es: "Erst im Nachgang in 2009 haben wir dann erfahren, dass auch das hier in Frage stehende Motiv von der Agentur entwickelt und im Agenturwettbewerb eingereicht wurde." Maredo hat daraufhin Scholz & Friends "sofort aufgefordert, jeden weiteren Einsatz zu unterlassen und mögliche Veröffentlichungen zu stoppen". Dies wurde der Steakhauskette auch zugesichert. Inklusive einer Entschuldigung.
Nun kursieren die Motive wieder im Netz. Maredo ist dies "unerklärlich". Nun spielen sie den Ball an Scholz & Friends weiter. Mit ihrer ungewöhnlichen Web-Erklärung haben die Düsseldorfer massiv den Druck auf S&F erhöht. Jetzt ist es an der Agentur sich zu äußern. Aktuell – und auf MEEDIA-Anfrage – prüfen die Kreativen noch, wie es dazu kommen konnte, dass die umstrittenen und vermeintlich längst gelöschten Bilder im Internet zu sehen sind.

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