SXSW-Fazit: Eine große Show der Etablierten

Publishing Das Digitalfestival SWSW Interactive ist beendet. Und wie wars? Fabian Heuser von Tape.tv, der für MEEDIA aus Austin berichtete, zieht ein Fazit.

Werbeanzeige

Gestern fand auf der Sixth Street das "Wunderbar"-Event der Initiative Musik statt und langsam entspannt sich alles. Auf der Dachterrasse des Parkside Ecke Sixth Street / San Jacinto gibt es ein paar Biere in der Sonne und gute Stimmung. Die Musiker haben mittlerweile die Straße übernommen und spielen sich bereits um 12 mittags an jeder Ecke die Finger wund. Und jeder steckt einem seine Visitenkarte zu. Der Typ, der morgens die Brötchen ausfährt, die Feuerwehr, der Taxifahrer sowieso. Der Musikteil des SXSW hat den Interactive-Teil abgelöst.

Eines der letzten Panels beschäftigte sich mit dem Thema "New revenue streams: Cover Songs and Karaoke", oder vielmehr: User-Generated Content auf Video-Portalen. Brian Felsen, Vorsitzender von CD Baby, nannte einige Beispiele, wie z.B. Walk Off the Earth / James Dupre / Pamplemousse, die durch Youtube bekannt wurden. Berühmt werde man, wenn man mit einem Cover-Song etwas zur künstlerischen Diskussion beifüge. So einfach ist das also. "Man kann sich selbst vermarkten. Der Punkt ist: jeder andere kann das auch." Antwort von Jason Pascal von The Orchard: "Ich kenne Mist, der wirklich stinkt, mit 80 Millionen Hits!"

Die Realität sieht dann so aus: Bereits etablierte Bands spielen echte Ochsentouren durch die Stadt, die mitunter an bizarre Orte führen. Gestern haben zum Beispiel Bonaparte in einem Redneck-Bierzelt namens "Dogs and Ducks" gespielt, in dem bereits die letzten Vorbereitungen für St.Patrick’s Day liefen.

Das Big Business ist also vorbei. Ein Fazit: Es gab keinen wirklich großen Durchbruch, keine neue Technologie, keine App, die jetzt jeder besitzen muss, kein großes Thema. Wie auch? Die etablierten Unternehmen wie Google oder Twitter ziehen hier eine beeindruckende Show ab. Assoziieren sich mit Künstlern, schmeißen sagenhafte Parties und stellen sich mit ihrem Top-Personal den Besuchern.

Muss man zum South-by-Southwest? Nein. Aber es ist ein unglaublich inspirierender Ort, an dem neue Ideen geteilt, viele Gespräche geführt werden. Austin ist knapp zwei Wochen lang ein großes Dorf, in dem einem viele Türen offen stehen. Und egal, wen man trifft, mit jedem findet man entweder bei Film, Musik oder Interactive ein Gesprächsthema.

Tape.tv ist interaktives Musikfernsehen im Netz. Das Start-up aus Berlin ist Teil der Berliner Delegation der Berlin Music Commission.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige