Apple: Die 100 Milliarden Dollar-Antwort

Die Spekulationen halten sich seit Jahren: Apple hortet von Quartal zu Quartal mehr Milliarden – nur etwas Besonderes anstellen will der inzwischen wertvollste Konzern der Welt damit nicht. Größere Übernahmen gab es bislang ebenso wenig wie größere Ausschüttungen an Aktionäre – die letzte Dividende wurde 1995 gezahlt. Das könnte sich jetzt ändern: Heute vor Handelseröffnung an der Wall Street wird Apple über den zukünftigen Umgang mit den Barreserven informieren. Es geht um rund 100 Milliarden Dollar.

Werbeanzeige

Die Spekulationen halten sich seit Jahren: Apple hortet von Quartal zu Quartal mehr Milliarden – nur etwas Besonderes anstellen will der inzwischen wertvollste Konzern der Welt damit nicht. Größere Übernahmen gab es bislang ebenso wenig wie größere Ausschüttungen an Aktionäre – die letzte Dividende wurde 1995 gezahlt. Das könnte sich jetzt ändern: Heute vor Handelseröffnung an der Wall Street wird Apple über den zukünftigen Umgang mit den Barreserven informieren. Es geht um rund 100 Milliarden Dollar. 

Und Apple bewegt sich offenbar doch. Nach Jahren der wiederholten Gerüchte, was der inzwischen wertvollste Konzern der Welt mit seinen überbordenden Barreserven anstellen könnte, dürfte am heutigen Montag ein Richtungswechsel verkündet werden. Am späten Sonntagabend verschickte Apple Einladungen zu einer Telefonkonferenz mit CEO Tim Cook  und Finanzchef Peter Oppenheimer.
Heute vor Handelsstart an der Wall Street werden die Apple-Chefs erklären, "wie die Diskussion über die Barreserven ausgingen". Vor knapp einem Monat hatte Tim Cook auf der jährlichen Aktionärsversammlung erklärt, Vorstand und Aufsichtsrat befänden sich "in aktiver Diskussion" über den zukünftigen Umgang mit den Barmitteln, die per Ende 2011 auf 97 Milliarden Dollar  angeschwollen waren und im Januar die 100 Milliarden-Grenze überschritten haben dürften. 

Abkehr von Steve Jobs’ Doktrin des Geldhortens?

"Wir haben sehr tief greifend über die Bargeldbestände nachgedacht", erklärte der Apple-CEO seinerzeit. "Ich bin der Erste, der zugibt, dass wir mehr Geld haben, als wir für unser Tagesgeschäft brauchen", hatte Cook eingeräumt und damit die Spekulationen über einen neuen Umgang mit den Barmitteln befeuert.

Steve Jobs hatte vor zwei Jahren noch betont, man wolle das Kapital auf der hohen Kante liegen lassen, um es einsetzen zu können, wenn sich einmal eine große Übernahmegelegenheit biete. Davon war aktuell nicht die Rede, obwohl Ende Februar noch die Akquisition der App-Suchmachine Chomp bekannt wurde, die allerdings aus der Portokasse bezahlt werden dürfte.

Startet Apple eine Dividendenausschüttung und ein Aktienrückkauf-Programm?

Nun also die offenkundige Kehrtwende – denn warum sollte Apple eine vorbörsliche Telefonkonferenz einberufen, wenn es nichts mitzuteilen gäbe? "Wir wollen das Beste im Sinne unserer Anleger tun", hatte Cook vor einem Monat noch erklärt. Und bei den Quartalszahlen Ende Oktober angemerkt, er sei bezüglich der Verwendung der Barmittel "nicht religiös" eingestellt. In anderen Worten: Die Ausschüttung zumindest eines Teils der Barmittel erscheint denkbar.

Dafür gibt es an der Börse zwei Wege: den des Aktienrückkaufs und den einer Dividendenzahlung. Ersterer Fall gilt als vertrauensbildende Maßnahme, um die Unterbewertung des Aktienkurses auszudrücken. Im zweiten Fall schüttet das Unternehmen einen Teil der Reserven bzw. Gewinne aus. Das kann einmalig oder regelmäßig der Fall sein – also etwa jedes Quartal oder einmal im Jahr.

Bei Technologie-Unternehmen wie Microsoft, IBM oder Intel ist das seit vielen Jahren gängige Praxis; Apple hatte zuletzt 1995 eine Dividende gezahlt. Denkbar wäre auch eine Kombination aus Dividende und Aktienrückkauf. Der Conference Call beginnt heute um 9 Uhr Ostküstenzeit.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige