SXSW: Groß ist nicht groß genug!

Publishing Die Napster-Gründer Sean Parker und Shawn Fanning saßen beim SXSW Interactive in Austin gemeinsam auf der Bühne - und kramten mehr in der Vergangenheit herum, als über ihr neues Social Video-Projekt Airtime zu sprechen. Trotzdem legendär, findet Fabian Heuser vom Berliner Start-up Tape.tv, der für MEEDIA aus Austin berichtet. Außerdem in der dritten SXSW-Folge: Keiner spricht über Cloud Computing und beim Standbau ist es vorbei mit der Entspannung.

Werbeanzeige

Am Mittwoch wurde es auf dem großen Panel im Convention Center leicht legendär. Die beiden Netzmusik-Veteranen und Napster-Gründer Sean Parker und Shawn Fanning stellten ihr neues Projekt Airtime vor, ein Social Video Start-up. Vor allem aber blickten die beiden zurück ins letzte Jahrtausend. Aus ihrer Sicht waren sie damals ausschließlich auf die Interessen der User fixiert. Was ihr Ansatz für die Musikindustrie selber bedeutete, konnten sie sich damals gar nicht vorstellen.

Im neuen Jahrtausend ist Facebook derweil längst zum Netz im Netz geworden. Man hat den Eindruck, es gibt mittlerweile eine eigene Gattung von Interactives: diejenigen, die nur noch auf Facebook abzielen. Immer wieder geht es um die Einbettung in Facebook oder die Konnektivität mit Facebook. Es ist klar, dass Facebook eine absolute Revolution im Schlepptau gebracht hat, aber nirgends wird es so deutlich wie auf dem SXSW.

Im Gegensatz dazu fällt auf, dass verglichen zum Beispiel mit der Cebit wirklich wenige Menschen über "Cloud Computing" oder die "Filter Bubble" sprechen. Diese Dinge sind zwar immer wieder Thema. Aber letztlich stellen die Unternehmen in den USA lieber einfach ihre Produkte vor, als die Modelle oder Ansätze dahinter theoretisch zu diskutieren. Das ist ein ziemlich amerikanisch-pragmatisch-gestalterischer Ansatz, der es Unternehmen sehr gut ermöglicht, Richtung Zukunft zu navigieren. Aus Sicht von Daan Loening vom Berliner Start-up kinderfee.de ist eines der größten Erkenntnisse nach dem SXSW-Besuch, die Perspektive der amerikanischen Unternehmer besser zu verstehen: "Groß ist nicht groß genug!"

Keine Revolution gibt es aus Austin zu vermelden, was die Stärke des Netzes in der Stadt und im Convention Center angeht. Stundenlang muss man ganz ohne Netz auskommen. Der Grund: Smartphones und ältere Laptops; das 2.4 Gigaherz-Spektrum ist praktisch "unnutzbar" geworden. Das Schöne: Es gibt eine Rundmail von der Messe-Leitung, jeder macht, was empfohlen wird, und weiter geht es. Man bleibt entspannt.

Was für die hektische Betriebsamkeit beim Standbau nicht gerade gilt. Geht man morgens zum Convention Center, beginnen an jeder Ecke Holzarbeiten. Auf dem Weg zum Mittagessen sind die Stände der Unternehmen auf der Straße in der Regel bereits bezugsfertig. Nachts wird dann häufig schon wieder abgebaut. Wenn einem ein T-Shirt oder ein Goodie gefällt, sollte man am besten sofort zuschlagen. Am nächsten Tag ist es vielleicht schon zu spät.

Ein kleines Fazit nach drei Tagen SXSW für alle, die ebenfalls Reisepläne schmieden: Mehr Zeit mitbringen, weniger Termine machen. Das gilt wahrscheinlich für jede größere Konferenz – auf dem SXSW hat man aber die Gewissheit, dass man sich ohnehin ständig über den Weg läuft. Könnte auch ein Grund sein, warum es so viel Spaß macht, hier zu sein. 

Tape.tv ist interaktives Musikfernsehen im Netz. Das Start-up aus Berlin ist Teil der Berliner Delegation der Berlin Music Commission.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige