VHB: Digitalgeschäft als Wachstumstreiber

Publishing Die Verlagsgruppe Handelsblatt macht es wie Springer und profitiert vom boomenden Digital-Geschäft. 2011 steigerten die Düsseldorfer ihre Gesamterlöse um sieben Prozent auf 193 Millionen Euro. Als Wachstumstreiber nennt das Medienhaus neben dem Web-Geschäft, das Veranstaltungs- und Eventgeschäft sowie neue Kunden der Vermarktungstochter iq media marketing. Heißt: Der Anteil des Print-Einnahmen am Gesamterlös bleibt lediglich stabil. Von Print als Umsatz-Schwungrad ist keine Rede.

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Allerdings konnten sich die Vertriebs- und Anzeigenerlöse laut Verlagsangaben in einem „schwierigen Marktumfeld gut behaupten“. So sollen die Vertriebserlöse leicht gestiegen sein. Besonders positiv wird herausgestellt, dass im vierten Quartal das Handelsblatt bei den Abonnenten 3,3 Prozent hinzugewinnen konnte. So zählt die Wirtschaftszeitung erstmals seit dem ersten Quartal 2010 wieder mehr als 80.000 Dauerleser. Der Redaktion um Chefredakteur Gabor Steingart gelang es sogar, die Gesamtauflage um 0,1 Prozent auf 136.820 Exemplare anzuheben. Umgerechnet auf einzelne Ausgaben macht das allerdings nur ein Mini-Plus von 195 Exemplaren aus.

Auch beim Anteil am Anzeigenmarkt soll das Handelsblatt um 2,9 Prozent gewachsen sein. Die WirtschaftsWoche verzeichnete laut Unternehmensangaben ein Plus von 10 Prozent. Allerdings verlor die WiWo im vierten Quartal im Gesamtverkauf 1,9 Prozent. Beim Einzelverkauf gelang sogar ein Plus von 3,7 Prozent.

„Das Ergebnis zeigt, dass unser eingeschlagener Kurs erfolgreich ist“, sagt Marianne Dölz, Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Handelsblatt. „Mit unseren Premiummarken haben wir uns erfolgreich gegen den Trend rückläufiger Printanzeigen- und Vertriebsmärkte behauptet.“ Laut Dölz steigerte iq media marketing im vergangenen Jahr den Umsatz sowohl im Printportfolio um 8,2 Prozent als auch im redaktionellen Onlinebereich um 35 Prozent. „Ein weiterer wichtiger Schritt war zudem der Start in die TV-Vermarktung mit dem Nachrichtensender N24, dessen positive Reichweitenentwicklung die iq optimal kapitalisieren konnte.“

Vor allem auf ihr Digital-Ergebnis sind die Rheinländer stolz. So konnte der werberelevante Anteil in 2011 auf 14 Prozent des Gesamtanzeigenumsatzes der Gruppe gesteigert werden. Getrieben wurde dieser Trend insbesondere durch die Reichweiten-Entwicklung der beiden Online-Portale von Handelsblatt und WirtschaftsWoche: Die Düsseldorfer haben ausgerechnet, dass die durchschnittlichen monatlichen Visits bei Handelsblatt.com um 21 Prozent (auf durchschnittlich 11,3 Millionen Visits) und bei der WirtschaftsWoche Online um 12 Prozent (auf durchschnittlich 1,8 Millionen Visits) gestiegen seien.

Für das laufende Geschäftsjahr sieht Michael Stollarz die Gruppe gut gerüstet: „Vor allem unsere digitalen Angebote wachsen sehr dynamisch. Neben dem Ausbau unserer Webseiten und Reichweiten arbeiten wir derzeit intensiv an neuen Produkten im mobilen Segment und an Paid-Content-Modellen, um unsere Digital-Umsätze noch weiter zu steigern“, so der Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt. „Außerdem sind wir sehr gut im Beteiligungsmanagement und im Fachmedienbereich aufgestellt. Dort haben wir auch im vergangenen Jahr eine verlässliche zweistellige Rendite erwirtschaftet.“

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