Nasdaq 3000: Die Apple-Hausse

Es ist so weit: 12 lange Jahre nach der großen Internetblase um den Millenniumswechsel hat hat die amerikanische Technologiebörse Nasdaq wieder die Marke von 3000 Punkten übersprungen. Doch das Bild täuscht: Von jener wilden Aufbruchsstimmung kurz zu Beginn des neuen Jahrtausends sind Anleger heute weit entfernt. Die Bewertungen halten sich mit wenigen Ausnahmen im Rahmen, alte Favoriten wurden längst durch neue ersetzt. Ein alter Bekannter dominiert die Techwelt nach Belieben - der wertvollste Konzern der Welt: Apple.

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Es ist so weit: 12 lange Jahre nach der großen Internetblase um den Millenniumswechsel hat hat die amerikanische Technologiebörse Nasdaq wieder die Marke von 3000 Punkten übersprungen. Doch das Bild täuscht: Von jener wilden Aufbruchsstimmung kurz zu Beginn des neuen Jahrtausends sind Anleger heute weit entfernt. Die Bewertungen halten sich mit wenigen Ausnahmen im Rahmen, alte Favoriten wurden längst durch neue ersetzt. Ein alter Bekannter dominiert die Techwelt nach Belieben – der wertvollste Konzern der Welt: Apple.

Es ist so eine Sache mit dem März. Wenn langsam der Frühling anbricht, markieren die Aktienmärkte schon gerne mal eine Zäsur. Drei Jahre etwa ist es her, als in diesen Tagen die große Finanzmarktkrise zu Ende ging, die sechs Monate zuvor nach der Pleite der Investmentbank Lehman so gewaltig eskaliert war. Drei Jahre schon steigen seitdem die Kurse.
Vor exakt neun Jahren ging in diesen Tagen etwas anderes zu Ende – jene bleierne Baisse, die wiederum drei Jahre zuvor begonnen hatte: natürlich im März. Seinerzeit platzte die gewaltigste Blase, die die Weltbörsen seit der Tulpenmanie im 17. Jahrhundert gesehen hatten – die Internetblase.  

Irrationaler Übertreibung durch das Aufkommen des Internets folgte nach Jahren der Exzesse in den späten 90er der ganz brutale Absturz seit März 2000. Binnen weniger Wochen kollabierte der Leitindex der Technologiebörse Nasdaq von 5000 auf 3000 Zähler.
Techaktien trotz 17 Prozent-Rallye in diesem Jahr weiter günstig bewertet

Erstmals seit 2000 leuchtete heute nun wieder dieser Indexstand auf den Kurstickern auf – die Nasdaq schloss bei 3040 Punkten, dem höchsten Stand seit November 2000. Ähnlich wie nach dem Millenniumswechsel scheinen sich Technologie- und  Internetaktien in diesen Tagen in einem schier unablässigen Steigflug zu befinden.  17 Prozent liegt der Nasdaq Composite seit Januar schon vorne. 

Doch Euphorie sieht anders aus. Die Bewertungsniveaus der Dickschiffe sind so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Intel? Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11. Microsoft? 12. Apple? Ebenfalls. Wenn man den Cash-Anteil herausrechnet, beträgt das KGV nicht einmal mehr 10.

Die Nasdaq-Hausse ist eine Apple-Hausse

Und doch treibt das inzwischen mit Abstand wertvollste Unternehmen der Welt die Nasdaq so nachhaltig an wie kein zweites Index-Mitglied. Mehr als 12 Prozent macht Apples Anteil am gesamten Volumen der US-Technologiebörse inzwischen aus. Bei einem Plus von 40 Prozent seit Jahresbeginn wird deutlich, dass die jüngste Nasdaq-Hausse also vor allem eine Apple-Hausse ist.

Das gilt umso mehr, wenn man auf den Leitindex Nasdaq-100 blickt, in dem Apples Anteil bereits auf stolze 17 Prozent angeschwollen ist. Vor einem Jahr musste Apples Anteil bereits um 40 Prozent auf 12,5 Prozent reduziert werden, nachdem die 20-Prozentschwelle überschritten worden war.

Eine ähnliche Indexanpassung könnte sich angesichts der rasanten Kurszuwächse bald durchaus wiederholen, glauben Marktexperten. Insgesamt machen die fünf größten Techkonzerne – Apple, Microsoft, Google, Oracle und Intel – mehr als 40 Prozent des 100 Unternehmen umfassenden Leitindex aus.

Apple auf Allzeithochs, Microsoft, Intel und Oracle noch immer weit unter 2000er Hochs

Vor allem ein Blick auf die neuen, alten Platzhirsche lässt manchen Anleger allerdings wehmütig werden. Zwar zählen Microsoft, Intel und Oracle,  die zusammen mit Dell um die Jahrtausendwende als die vier Zupgferde galten, noch immer zu den Index-Schwergewichten – doch sie haben ihren Anlegern über 12 Jahre nur Verluste eingebracht.

Genauso wie der Nasdaq Composite bei heute 3000 Zählern immer noch 40 Prozent unter seinem Allzeithoch von März 2000 notiert, liegen Oracle, Microsoft und Intel zwischen einem und zwei Dritteln unter ihren 2000er-Allzeithochs. Nur bei Apple sieht es exakt umgekehrt aus: Der Erfinder des Macintosh-Computers notierte vor zwölf Jahren splitbereinigt bei 35 Dollar. Heute waren es 568 Dollar – ein standesgemäß frisches Allzeithoch.

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