Bild.de & Spiegel sind Smartphone-Könige

Publishing Überraschend hat die AGOF am Donnerstag die 2011er-Ausgabe der mobile-facts-Studie veröffentlicht. Demnach hat das mobile Internet in Deutschland eine Reichweite von 24% - 16,95 Mio. deutschsprachige Menschen nutzten es pro Monat. Klare Nummer 1 unter den mobilen Websites ist Bild.de mit 2,789 Mio. monatlichen Unique Mobile Usern, dahinter folgen Spiegel Mobil (1,712 Mio.) und Vodafone (1,704 Mio.). Bei den Apps führt TV Spielfilm vor radio.de und wetter.com.

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Die mobile facts 2011 kommen dabei mit einer gewissen Verspätung. Nicht wie 2010 im Rahmen der dmexco, sondern erst jetzt, rund ein halbes Jahr später, erschien die neue Studie. Ein Grund dafür ist die Überarbeitung der Methodik. "Für die mobile facts 2011 konnte die technische Messung auf mobile Applikationen ausgeweitet und die abgefragten Strukturdaten in einer noch größeren Detailtiefe ermittelt werden", so die AGOF. 2012 sollen weitere Wellen der mobile facts erscheinen, spätestens 2013 erscheint die Studie dann quartalsweise.

Die nun vorgestellte Studie basiert auf dem Drei-Säulen-Modell aus "einer technischen Messung, einer Panelbefragung und einer bevölkerungsrepräsentativen Telefonbefragung". Bei der Messung berief man sich nicht wie bei den internet facts auf IVW-Daten. Laut AGOF wurde  die Messung "weiterentwickelt und verbessert, wodurch u.a. auch die Messung von Apps ermöglicht wurde. Dazu wurden neu konzipierte Messinstrumente (Mobile Sensor und Mobile App Sensor) eingesetzt." Ein Vergleich mit den Zahlen aus 2010 ist wegen der stark veränderten Methodik daher nicht sinnvoll.

Die mit Spannung erwarteten Rankings führen 2011 Bild.de, die TV-Spielfilm-iPhone-App und G+J EMS an. So liegt Bild.de mit 2,789 Mio. Unique Mobile Usern bei den mobilen Websites vorn. Dahinter folgen Spiegel Mobil (1,712 Mio.), Vodafone (1,704 Mio.), Web.de (1,233 Mio.) und gmx.de (1,028 Mio.). Die weiteren großen Nachrichten-Angebote im mobile-Facts-Ranking sind Focus auf Platz 6, Welt auf Rang 8, stern.de auf der 9 und Süddeutsche.de auf 11.

Verglichen mit den vorderen Plätzen des AGOF-Rankings der Nachrichten-Angebote im normalen Internet fehlt die FAZ in der mobilen Tabelle, das Hamburger Abendblatt findet sich erst auf Rang 48, RP Online verfehlt die Top 50 sogar und liegt hier hinter dem Konkurrenten DerWesten (Platz 42). Bei den Wirtschafts-Angeboten schlägt FTD Mobil den Kontrahenten Handelsblatt mit 230.000 zu 112.000 mobilen Unique Usern pro Monat souverän.

Bei den Apps führt die iPhone-App von TV Spielfilm mit 916.000 Unique Mobile Usern vor der radio.de-iPhone-App (770.000), der wetter.com-Android-App (552.000), der Barcoo-iPhone-App (543.000) und der iLiga-iPhone-App (488.000). Die wetter.com-App ist damit die populärste Android-App unter denen, die von der AGOF ausgewiesen wurden. Insgesamt haben immerhin 16 Android-Apps den Sprung in die Top 50 geschafft, das iPhone dominiert mit 34 Applikationen die Top 50 aber.

wetter.com ist mit den starken Android-Zahlen zudem eine Ausnahme, denn bei fast allen anderen Anbietern, deren Zahlen vergleichbar sind, sammelte die jeweilige iPhone-App mehr Unique Mobile User pro Monat ein, als das Android-Pendant. So kam TV Spielfilm auf dem iPhone auf 916.000, auf Android-Smartphones auf 445.000, die stärkste Nachrichten-App von n-tv erreichte auf dem iPhone 396.000 Nutzer und auf Android 146.000. Stärker auf Android als auf dem iPhone war neben wetter.com nur der KaufDa Navigator.

Während bei den mobilen Websites redaktionelle Angebote wie Bild.de und Spiegel Mobil vorne liegen und auch andere Nachrichten-Seiten stark vertreten sind, spielen sie bei den Apps interessanterweise nur eine Nebenrolle. Die n-tv-iPhone-App kommt hier als stärkstes Programm auf Platz 9, Spiegel und Bild folgen erst auf den Rängen 11 und 23. Ein Indiz dafür, dass die Verlage und Inhalte-Anbieter Apps vielleicht zu wichtig nehmen und stattdessen stärker auf ihre mobilen Websites setzen sollten.

Populär sind bei den Apps hingegen die Themen TV-Programm, Sport und Wetter. wetter.com und wetter.info finden sich weit vorn, Sportfans informieren sich am liebsten bei iLiga, Sport1 und dem kicker über aktuelle Ergebnisse.

Stärkster Vermarkter ist G+J EMS mit 6,273 Mio. monatlichen Unique Mobile Usern, gefolgt von InteractiveMedia (4,980 Mio.) und YOC Mobile Advertising (4,594 Mio.). Mit großen mobilen Nutzerzahlen können zudem Axel Springer und Tomorrow Focus aufwarten, iq digital überspringt immerhin die Mio.-Marke, der Rest des Feldes landet deutlich unter dieser Hürde.


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