Twitter: noch ein weiter Weg zum Börsengang

Es dürfte noch eine Weile dauern: Während das weltgrößte Social Network Facebook sich auf der Zielgeraden zum Börsengang im Mai befindet, ist ein IPO des Kurznachrichtendienstes Twitter noch in weiter Ferne. Dies legen Stimmen aus gut unterrichteten Kreisen als auch frühere Geschäftsbilanzen nahe, die inzwischen bekannt wurden. Demnach fuhr das sechs Jahre alte Internet-Unternehmen im ersten Quartal letzten Jahres immer noch happige Verluste ein. Branchenexperten geben indes Entwarnung.

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Es dürfte noch eine Weile dauern: Während das weltgrößte Social Network Facebook sich auf der Zielgeraden zum Börsengang im Mai befindet, ist ein IPO des Kurznachrichtendienstes Twitter noch in weiter Ferne. Dies legen Stimmen aus gut unterrichteten Kreisen als auch frühere Geschäftsbilanzen nahe, die inzwischen bekannt wurden. Demnach fuhr das sechs Jahre alte Internet-Unternehmen im ersten Quartal letzten Jahres immer noch happige Verluste ein. Branchenexperten geben indes Entwarnung.
Der Windschatten wäre da: Noch sieben, acht, vielleicht neun Wochen – dann startet der meist erwartete Internet-Börsengang aller Zeiten – Facebook wird mit viel Getöse und hochfliegenden Erwartungen an die Wall Street gehen und dabei vermutlich aus dem Stand mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden. 
Drängt sich die Frage auf, was dem mit anderen ganz großen Social Media-Player ist, der seit Jahren neben Facebook für Furore sorgt? Tatsächlich sieht es so aus, als könnte nach Facebook zunächst länger nichts kommen – und erst dann Twitter. Allein der Vergleich am Sekundärmarkt beweist, warum: Mit 8,4 Milliarden Dollar wurde Twitter in der letzten Finanzierungsrunde bewertet – nicht mal ein Zehntel des gerade mal zwei Jahre älteren Social Networks.
Tiefrote Bilanz: Noch mehr Verluste als Umsätze
Woher kommt die erhebliche Diskrepanz zwischen den beiden Social Media-Stars? Die Antwort steht auf dem Papier: Twitters bisherige und inoffizielle Geschäftsbilanz ist und bleibt eine Enttäuschung. Wie Gawker erfahren will, verbrannte der 140-Zeichen-Dienst im Gesamtjahr 2010 bei Umsätzen von nur 28,5 Millionen Dollar happige 67,8 Millionen Dollar.
Im ersten Quartal letzten Jahres verbesserte sich das Bild nur bedingt: Bei Erlösen von 23,8 Millionen verlor Twitter immer noch 25,8 Millionen Dollar. Das Wall Street Journal geht insgesamt von Werbeumsätzen in Höhe von 140 Millionen Dollar im vergangenen Jahr aus. Erst 2016 soll laut Venture Beat die Milliardengrenze fallen.
"Die Zahlen sind ziemlich irrelevant", relativiert dagegen der Alley Insider. "Seitdem hat Twitter seine Werbemaßnahmen intensiviert, die Brand Pages eingeführt und verdient alleine für einen ganzen Tag mit Promoted Trends 120.000 Dollar", so das Portal des früheren Internetanalysten Henry Blodget. "In anderen Worten: Twitter hat jetzt endlich ein Werbegeschäft."
WSJ: "Twitter hat noch einen weiteren Weg bis zum IPO vor sich"
Das Wall Street Journal
glaubt dennoch, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis das Geschäftsmodell für die Börse tragfähig sein könnte. "Twitter hat noch einen weiteren Weg bis zum IPO vor sich", ist sich das Murdoch-Blatt sicher. 
Twitter-CEO Dick Costolo selber hat durchblicken lassen, dass das sechs Jahre alte Internet-Unternehmen nicht börsenreif sei, bis man nachhaltiges Gewinnwachstum vorweisen könne – was nach Angaben aus Unternehmenskreisen zumindest noch ein Jahr oder länger dauern dürfte. Das Scheinwerferlicht im Zuge des Facebook-IPOs bleibt also ungenutzt.

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