BamS, Für Sie & Auto Bild verlieren Millionen

Publishing Das Werbejahr 2012 hat für die Zeitschriftenbranche nicht gut begonnen. 4,1% unter dem Vorjahr liegen die Brutto-Werbeumsätze der Publikumszeitschriften insgesamt, gleich neun Titel büßten in den beiden ersten Monaten mehr als 1 Mio. Euro Umsatz gegenüber 2011 ein. Größte Absteiger sind dabei die Bild am Sonntag, Für Sie und Auto Bild. Deutlich zulegen konnten hingegen die TV-Supplements rtv und prisma, sowie die Frauenzeitschriften Elle und InStyle. Nummer 1 bleibt der stern vor BamS und Spiegel.

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Obwohl sich das Verhältnis zwischen Gewinnern und Verlierern bei den rund 470 von Nielsen ausgewerteten Titeln in etwa die Waage hält, finden sich vor allem unter den umsatzstärksten Zeitschriften viele Verlierer. In der Top 25 gibt es nach Ende des Februars ganze 20 Titel, die unter den Zahlen des Vorjahres liegen – und nur fünf, die das Vorjahresergebnis übertroffen haben. Das sind neben den TV-Supplements rtv West und prisma Gesamt West nur die Kiosk-Titel Focus, InStyle und Elle. Vor allem die beiden Frauenmagazine landeten dabei deutlich über den 2011er-Zahlen: um 17,4% bzw. 20,8%.

Zehn der 20 Verlierer büßten sogar mehr als 10% ein, allen voran die Für Sie, der heftige 31,0% des Vorjahres-Brutto-Werbeumsatzes abhanden gingen und die damit von Platz 15 (Februar 2011) auf 23 fällt. Ebenfalls deutlich nach unten ging es prozentual gesehen für die Hörzu (-19,8%), die Bild am Sonntag (-17,1%) und TV Movie (-15,1%). Nummer 1 bleibt wie im Januar der stern, der im Vergleich zu 2011 wegen des geringeren Minus an der Bild am Sonntag vorbei zieht. Dahinter folgen Der Spiegel, der Aufsteiger rtv West und der Focus.

Auf den Rängen 26 bis 50 des Umsatz-Rankings ist das Verhältnis zwischen Verlierern (16) und Gewinnern (9) etwas ausgeglichener, am deutlichsten nach oben ging es hier neben den TV-Supplements rtv Ost und prisma Gesamt Ost für Grazia, die Apotheken Umschau B und die Freizeit Revue. Mehr als 20% verloren haben hingegen die Computerwoche, Petra und Eltern.

Auch nach absoluten Zahlen wird das Aufsteiger-Ranking von den beiden TV-Supplements rtv und prisma dominiert. Beide finden sich je zweimal in der Top Ten – mit den West- und den Ost-Ausgaben. Von den anderen Titeln konnten Elle und InStyle am deutlichsten zulegen – um jeweils 0,87 Mio. Euro. Ebenfalls noch dabei: Grazia, Zeit Wissen, Homes & Gardens und die Apotheken Umschau B. Zeit Wissen und Homes & Gardens legten allerdings vor allem deswegen um unglaubliche 314,7% bzw. 101,1% zu, weil 2012 schon jeweils zwei Ausgaben in die Wertung kamen, im Vergleichszeitraum 2011 aber nur jeweils eine. Die Zahlen werden sich in den kommenden Monaten daher relativieren.

Größter Verlierer des noch jungen Jahres ist unterdessen die Bild am Sonntag, der 4,00 Mio. Euro abhanden gingen. Deutliche Verluste gibt es auch bei der Für Sie (-2,55 Mio.), dahinter folgen noch sieben Titel, die 1,09 Mio. bis 1,53 Mio. Euro unter den 2011er-Zahlen liegen: Auto Bild, TV Movie, Hörzu, Bunte, TV Spielfilm, Gala und Bild der Frau – große Teile der deutschen Zeitschriften-Prominenz also.

Wie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel und den Werbedruck sind sie dennoch.

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