‚Hinkebein‘: ein perfekter ‚Tatort‘ aus Münster

Fernsehen Am Sonntag nehmen Kommissar Frank Thiel von der Mordkommission Münster und Rechtsmediziner Prof. Boerne wieder die Ermittlungen auf. Das hohe Niveau der Münsteraner Reihe können Axel Prahl und Jan-Joesf Liefers mit “Hinkebein” nicht nur halten. Der neue “Tatort” ist persönlicher und humorvoller als seine Vorgänger. Und bleibt trotzdem bis zur letzten Minute spannend. Scheinbar hat der WDR mit den Autoren Hinter und Cantz, Regisseur Manfred Stelzer und dem einmaligen Cast das perfekte Team gefunden.

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Man nehme eine russische Delegation, einen Zuhälter auf der Flucht, ein exhibitionistisches Mordopfer mit Polizei-Vergangenheit, einen Ex-Mann mit Motiv, eine Tochter mit Komplexen, das ungleiche Duo Boerne-Thiel und lasse das Ergebnis 90 Minuten lang ziehen. Fertig ist der perfekte “Tatort”.

In “Hinkebein” jagen Axel Prahl und Jan-Josef Liefers den Mörder einer Dame, mit der einer der beiden eine romantische Vergangenheit verband. Bei der Kripo ist das Opfer keine Unbekannte, war die sie doch selbst einmal Polizistin. Jetzt weist ihr Tod Parallelen zu einem Fall auf, in dem sie selbst einmal ermittelt hatte. Eine Prostituierte war damals erdrosselt worden. Als dringend tatverdächtig galt deren Zuhälter Heinz Kock, wegen seiner Gehbehinderung in der Szene auch als “Heinz Hinkebein” bekannt. Doch der war lange Zeit auf der Flucht – und kehrt nun nach Münster zurück.

Der “Tatort” aus der Feder von Stefan Cantz und Jan Hinter ist dem Münsteraner Cast auf den Leib geschrieben. Von Ihnen stammt auch der erste Fall des Ermittlerteams Thiel und Boerne, “Der dunkle Fleck”, von 2002. Ein Jahrzehnt später scheinen die Autoren zusammen mit Regisseur Stelzer das Prinzip “Humor und Spannung” perfektioniert zu haben. Ob nun Boernes Assistentin Silke Haller, die mangelnde Körpergröße durch Schlagfertigkeit wettmacht, die latent genervte Staatsanwälting Klemm oder Thiels Alt-Hippie-Vater Herbert – bis in die Nebenrollen liefert jeder Charakter eine glaubwürdige Show ab.

Das Duo Boerne und Thiel läuft wieder einmal zur Höchstform auf. Axel Prahl jagt als unterschütterlicher Kommissar stilecht in Boxershorts und St.-Pauli-Shirt durch die Münsteraner Innenstadt. Und auch der bornierte Rechtsmediziner Boerne hat schon leichtere Fälle, holt ihn die Vergangenheit doch in Form eines vermeintlichen Prostituiertenmörders ein, der auch hinter ihm her sein könnte.

Über 90 Minuten sorgt "Hinkebein" für viele Lacher, ohne dabei in Klamauk abzudriften. Die Story ist spannend erzählt und endet in einem Finale, mit dem wohl kein "Tatort"-Münster-Fan gerechnet hätte. Kurzum: ein perfekter Krimi.

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