Apple: iPad-Evolution statt Revolution

Alles wie erwartet: Apple hat heute in San Francisco die dritte Generation seines Tablet-Bestsellers iPad vorgestellt. Die Überraschungen hielten sich in Grenzen: Wie im Vorfeld spekuliert worden war, wird das neue iPad mit schärferem Retina-Display, einem viermal schnelleren Quadcore-Chip und einer 5 Megapixel-Kamera für Video-Aufnahmen in HD-Qualität ausgeliefert – Siri fehlt dagegen. Das neue iPad heißt schlicht iPad und wird in Deutschland wie in den USA bereits am 16. März in den Handel kommen.

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Alles wie erwartet: Apple hat heute in San Francisco die dritte Generation seines Tablet-Bestsellers iPad vorgestellt. Die Überraschungen hielten sich in Grenzen: Wie im Vorfeld spekuliert worden war, wird das neue iPad mit schärferem Retina-Display, einem viermal schnelleren Quadcore-Chip und einer 5 Megapixel-Kamera für Video-Aufnahmen in HD-Qualität ausgeliefert – Siri fehlt dagegen. Das neue iPad heißt schlicht iPad und wird in Deutschland wie in den USA bereits am 16. März in den Handel kommen.

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille: Apple-Nörgler werden dem Kultkonzern aus Cupertino nach der heutigen Keynote zur Vorstellung neuen iPad vorwerfen, der inzwischen mit Abstand wertvollste Konzern der Welt verwalte schlicht seinen Erfolg – die ganz großen Überraschungen, das sagenumwobene "One more Thing" fehlte heute im Moscone Center.

Die andere Betrachtungsweise lautet: Never change a winning team. Schließlich hat Apple mit seinem Tablet alles richtig gemacht. Gerade zwei Jahre ist das iPad alt – und ist in dieser Zeit nach der Einführung zum erfolgreichsten Technologieprodukt aller Zeiten aufgestiegen. Unglaubliche 15,4 Millionen iPads hat Apple alleine im Weihnachtsquartal verkauft – das sind dreimal so viele Tablet-Macs wie Macintosh-Computer, ein nahezu schwindelerregender Erfolg.

Das iPad bleibt iPad – und wächst um 6 Millimeter
Erst recht, wenn man berücksichtigt, dass die Konkurrenz Apple mit ihren inzwischen weitaus günstigeren Android-Tablets immer noch nicht sichtbar wehtun kann. Also hält das Kultunternehmen aus Cupertino am Erfolgskonzept fest und verlegt sich statt einer Revolution auf eine Evolution.

Und die sieht so aus: Das iPad bleibt iPad – die dritte Generation heißt wie die erste. Optisch gibt es nur mikroskopische Änderungen: Das neue iPad sieht genauso aus wie das Vorgängermodell, ist aber um ganze 0,6 Millimeter dicker geworden.

Dieses Miniwachstum ist der Aufrüstung unter der Oberfläche geschuldet: Mit dem neuen A5X-Quadcore-Chip kommt der neue Tablet-Mac daher – bis zu viermal schneller sollen die Arbeitsprozesse damit werden, behauptet Apple-CEO Tim Cook, der im legeren Oberhemd die Keynote eröffnete.
Alles schärfer: Retina-Display, 5-Megapixel-iSight Kamera

Und natürlich weitaus schärfer: 2048 x 1536 Pixel zeigt der neue iPad-Bildschirm dank Retina-Display, das Apple-Nutzer bereits seit dem iPhone 4 kennen – das ist doppelt so scharf wie noch beim Vorgängermodell iPad 2. Auch die Aufnahmen werden wie erwartet deutlich schärfer: Bislang galt die schwache Bild-Qualität von umgerechnet weniger als einem Megapixel als kleines Ärgernis beim premiumpreisigen Tablet-Mac.
Nun hat Apple deutlich nachgerüstet: Mit fünf Megapixeln kann nun fotografiert werden, was bei einem fast 25 Zentimeter langen Gerät indes immer noch vielen Nutzern seltsam anmutet. Sehr nutzwertig aber: Mit der verbesserten iSight-Kamera  sind nun Videoaufnahmen in HD-Qualität (1080 Bildpunkte) möglich. Zudem unterstützt das neue iPad den schnelleren Mobilfunkstandard LTE – der allerdings vorerst nur in den USA verfügbar ist.

Wall Street reagiert reserviert: "Kein Siri? Eine Enttäuschung" 

Doch das war es bereits: Die Akkulaufzeit bleibt mit 10 Stunden zum Vorgänger gleich – ebenso wie der Preis mit 499 Dollar für das günstigste Modell, das Wifi-fähige iPad in der 16 GB-Version, eine stolze Premiumstrategie in der notorisch um immer günstigere Angebote bemühten Verbraucherelektronik-Industrie. Günstiger geworden ist nur das Vorgängermodell iPad 2 – um ganze 100 Dollar.

Eine weitere Produkt-Neuerung hatte Apple-CEO Tim Cook dennoch zu verkünden: Wie ebenfalls erwartet wurde die Set-Top-Box AppleTV in der nun ebenfalls dritten Generation runderneut: Apple zeigt nun auch Filme in HD-Qualität – ein überfälliges Feature. "Die Leute werden es lieben Filme und TV-Serien in 1080p über das neue Apple TV zu streamen; und Fotos sehen fantastisch aus, wenn sie in maximaler Auflösung auf dem TV angezeigt werden", machte Marketingchef Phil Schiller das neue Apple TV schmackhaft. 

Anleger und  Marktexperten reagierten allerdings ziemlich reserviert auf die Apple-Keynote: Die Apple-Aktie verlor nach Ankündigung der Neuerungen schnell mehr als 10 Dollar an Wert – das tut sie allerdings meistens nach Keynotes in einer klassischen "Sell the News"-Reaktion. Doch es gab auch inhaltliche Kritik: "Kein Siri auf dem iPad – das ist schon eine Enttäuschung", fand der Vermögensverwalter Doug Kass.

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