Der Siegeszug der “heute show” im ZDF

Fernsehen Ab und zu gibt es noch wirkliche Highlights im TV-Einerlei. Ein solches Kleinod ist die freitägliche “heute show” im ZDF. Oliver Welke hat mit der deutschen Adaption der US-Sendung “The Daily Show” das Format seines Lebens gefunden. Unterstützt wird er von einem hochklassigen Ensemble wie u.a. Martina Hill, Martin Sonneborn und Hans-Joachim Heist, der am heutigen Freitag in seiner Rolle als Genrot Hassknecht den Zapfenstreich für Christian Wulff kommentieren wird.

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Die Figur des schreienden Gernot Hassknecht parodiert den Kommentar der “Tagesthemen” und ist gleichzeitig eine Übertragung des Formats “Back in Black” des US-Original “The Daily Show”. Überhaupt haben sich die Macher der “heute show” sehr eng an der “Daily Show” mit dem brillanten Jon Stewart angelehnt. Aber da gilt der alte Spruch: Lieber gut geklaut, als schlecht selbst ausgedacht.

Lange galt es ohnehin als quasi unmöglich, dass “die Deutschen” ein so bissiges, lockeres, intelligentes und witziges Format wie “The Daily Show” überhaupt hinbekommen könnten. Und dann auch noch im Kukident-Kanal ZDF! Und mit dem Kalauer-König Oliver Welke aus “7 Tage, 7 Köpfe” bei RTL als Moderator! No way! Genau das ist das Erstaunliche an der “heute show”: Auf dem Papier wirkt die Sendung wie ein Totalflop. Auf dem Schirm funktioniert sie aber perfekt.

Dass die “heute show” dabei sowohl Politik als auch – mit großem Genuss und Können – den eigenen Sender verhohnepipelt, muss man auch den Verantwortlichen beim ZDF hoch anrechnen. Nervös wurden die Mainzelmännchen nur einmal, als Martin Sonneborn mit den Namen der echten Nachrichtensendungen “heute” und “heute journal” hantierte und damit einen Pharmalobbyisten auflaufen ließ, der anschließend seinen Job verlor. Seither darf Guerilla-Interviewer Sonneborn die echten News-Marken des ZDF nicht mehr missbrauchen. Obwohl sein Pharma-Interview durchaus echten Erkenntnisgewinn gebracht hatte.
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Der Mut des ZDF hat sich gelohnt. Die “heute show” wurde schon mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet, sowie mit dem Grimmepreis und mit dem Deutschen Fernsehpreis. Und die „heute show“ wirkt auch wie der moderne, frische Gegen-Entwurf zur furchtbar hausbackenen Old-School-Kabarett-Sendung „Neues aus der Anstalt“, die ebenfalls im ZDF läuft.

Würde man sich etwas wünschen für die “heute show”, dann dass noch mehr Politiker den Mut aufbrächten als Gast in die Sendung zu kommen. Claudia Roth von den Grünen und FDP-Politiker Rainer Brüderle haben es vorgemacht, dass man eher gewinnt, wenn man eine Sendung geht, die Witze über einen macht. Und eines noch: mit einer halben Stunde ist die “heute show” deutlich zu kurz.
Die "heute show" heute Abend um 22.30 Uhr im ZDF 

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